Franco-Partei möchte Richter auf der Anklagebank sehen


Baltasar Garzón will die Verbrechen aus der Diktatur untersuchen

6.000 Euro braucht die ehemalige Franco-Partei Falange Española de las JONS, um den prominenten Untersuchungsrichter Baltasar Garzón auf die Anklagebank zu bringen.

Madrid – Diese Summe fordert der Oberste Gerichthof als Kaution, um die Klage anzunehmen. In ihrer Website ruft die Partei jetzt zu einer Spendenaktion auf, um die Summe zusammenzubringen.

Garzón hat den Unmut der Partei mit der Ankündigung auf sich gezogen, er werde eine eingehende Untersuchung der Verbrechen aus der Franco-Diktatur einleiten. Auf seiner Seite steht der Interessenverband der geschädigten Familien, die eine Aufklärung über das Schicksal ihrer unter der Diktatur verschollenen Familienangehörigen fordern. Vertreter des Verbands sind inzwischen bei Präsident Zapatero im Regierungspalast vorstellig geworden, um dieses Recht einzufordern.

Parallel dazu läuft die dreifache Klage der Falange gegen Garzón. Das Oberste Strafgericht hat nun dreieinhalb Monate nach Einreichung der Klage schlussendlich die drei Strafprozesse gegen Garzón eingeleitet, von denen keiner durch die Staatsanwaltschaft unterstützt wird. Im Gegenzug wird von Garzóns Anwälten gefordert, den Fall zu den Akten zu legen.




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