Fluglinien machen Druck gegen Gebührenerhöhung

Die Gebührenerhöhung setzt die krisengebeutelten Airlines zusätzlich unter Druck. Foto: Pixabay

Die Gebührenerhöhung setzt die krisengebeutelten Airlines zusätzlich unter Druck. Foto: Pixabay

Der Dachverband IATA bezeichnet die Erhöhung um 5,5% als unverantwortlich

Madrid – Die Pläne für die Erhöhung der Flughafengebühren inmitten der schwersten Krise, welche die Passagierluftfahrt in ihrer bisherigen Geschichte je durchgemacht hat, stoßen bei den Fluggesellschaften und ihren nationalen und internationalen Verbänden auf entschiedenen Widerstand. Um 5,5% will der spanische Flughafenbetreiber Aena die Gebühren über die kommenden fünf Jahre hinweg anheben. Vertreter der Branche führen Gespräche mit Regierungs- und Oppositionspolitikern, um zu erreichen, dass der Ministerrat diese Pläne stoppt oder zumindest abmildert.
Das Vorschlagspapier von Aena für den Fünfjahreszeitraum von 2022 bis 2026 (DORA II) muss zunächst von der Generaldirektion der Zivilen Luftfahrt (DGAC), die dem Verkehrsministerium untersteht, abgesegnet werden. Diese nimmt gewöhnlich kaum Änderungen vor, da der spanische Staat über das öffentliche Unternehmen Enaire zu 51% Eigentümer von Aena ist.
Die Airlines hoffen jedoch auf einen deutlichen Widerspruch der Nationalen Wettbewerbskommission CNMC. Auch geht die Branche davon aus, dass die Regierung ihren Forderungen aufgeschlossen gegenübersteht und das Dokument abändern wird, wenn es – voraussichtlich im September 2021 – dem Ministerrat vorgelegt wird.
Die Treffen der Flug-Lobby sowohl mit Vertretern der Regierung als auch der Opposition, zeigen schon erste Früchte. Die größte Oppositionspartei Partido Popular (PP) tritt in der Kommission für Industrie, Handel und Tourismus des Parlaments für einen Entschließungsantrag bezüglich der Neupositionierung des Reiseziels Spanien ein, in welchem ein Großteil der Forderungen der Luftfahrtbranche aufgegriffen wird.
Zu diesen gehört das Einfrieren der Flughafengebühren und ein Rabattsystem von 25% aufwärts, je nach Zahl der beförderten Passagiere und der Öffnung von Flugrouten sowie eine staatliche Subventionierung der Kosten der vorgeschriebenen Corona-Präventionsmaßnahmen, die Aena ebenfalls den Fluggesellschaften aufbürden will.
Der Internationale Dachverband der Fluggesellschaften IATA, in dem weltweit 290 Fluggesellschaften zusammengeschlossen sind, bezeichnete die von Aena geplante Erhöhung der Flughafengebühren als „unverantwortlich“. Der IATA fordert im Gegenteil eine Absenkung um 4% und die Ablehnung der Intention des spanischen Flughafenbetreibers, sich die 2020 und zu Beginn 2021 entgangenen Einnahmen erstatten zu lassen. Die Gebührenerhöhung gefährde die Erholung des Tourismus und der Flugbranche, heißt es unter anderem.

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