Fiskalkrise – mittelfristig durchaus möglich!


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Fiskalkrise – eine Definition: Die Staatsverschuldung wächst auf ein nicht mehr tragbares Maß und der Staat hat Mühe seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Gründe sind wie zurzeit in Griechenland ein extrem hohes Staatsdefizit und steigende Risikozuschläge auf die vom Staat zu bezahlenden Zinsen. In der Folge kommen Ängste über den Staatsbankrott auf. Um die Fiskalkrise zu beenden, senkt der Staat unter gleichzeitiger Zurückführung seiner Leistungen die Staatsausgaben und erhöht die Steuern. Auch Sondersteuern wie zum Beispiel eine einmalig hohe Vermögensabgabe sind denkbar. Argentinien hat zum Beispiel die privaten Rentenversicherungen verstaatlicht, um die Anleger besser zu schützen. Die Gegner halten der Regierung allerdings vor, sie wolle nur auf die angelegten Gelder zugreifen. Die ersten Anzeichen für eine Fiskalkrise sind überproportional hohe Zinsen, Kapitalverkehrskontrollen, Umschuldungen und Protektionismus (Handelsbeschränkungen). Das Risiko für eine Fiskalkrise ist in Ländern mit einem hohen Defizit, das zu einem großen Teil im Ausland finanziert wurde, besonders hoch.

Die derzeitige Krise sei über­haupt nicht vergleichbar mit vergangenen Situationen – darin sind sich die Experten einig. Doch Carmen M. Reinhart und Kenneth S. Rogoff haben die Crashs der letzten 800 Jahre eingehend analysiert und zeigen in ihrem Buch „Dieses Mal ist alles anders“ auf, dass es letztendlich doch immer wieder die gleichen Fehler sind, die zu einer Fiskalkrise führen. Man weiß nie, wann die nächste Krise kommt. Aufgrund der derzeitigen Entwicklung ist jedoch eine weltweite Fiskalkrise nicht mehr auszuschließen. In der Vergangenheit waren alle Regierungen immer sehr listenreich gewesen, wenn es um die Rückzahlung von Schulden ging. So hat sich Dionysios von Syrakus (430 v. Chr. bis 367 v. Chr.) von seinen Untertanen Geld gegen Schuldscheine geliehen. Nachdem er es nicht zurückzahlen konnte, erließ er ein Dekret, dass das gesamte im Umlauf befindliche Geld der Regierung auszuhändigen ist, anderenfalls drohe die Todesstrafe. Nachdem man alle Münzen eingesammelt hatte, wurde auf jede 1-Drachme-Münze der Wert von 2 Drachmen geprägt. Mit diesem Gewinn wurden die Schulden zurückgezahlt. Das damalige Datum könnte man wohl als Erfindung der Notenpresse bezeichnen. Auch wenn keine Dokumentationen vorliegen, dürfte das Preisniveau nach dieser Tat nach oben geschossen sein.

Ob die Fiskalkrise nun vor der Haustüre steht oder ob sie noch einige Jahre entfernt ist – es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich rechtzeitig über Kapitalanlagen in diesem Umfeld Gedanken zu machen. Im Falle einer lokalen Fiskalkrise sollte der Vermögensinhaber, sofern es rechtlich noch möglich ist, sein Kapital in einer stabilen Währung in einem nicht von der Krise betroffenen Staat kurzfristig anlegen. Ist dies nicht möglich, sollte man in der ersten Phase einen hohen Anteil von Bargeld halten. Neben dem Bargeld und vor allem in der zweiten Phase der Fiskalkrise sind dann Aktien oder Beteiligungen von Unternehmen mit einer niedrigen Verschuldung und einem stabilen Cashflow sowie Immobilien und physische Realwerte wie Gold als Überlebensmix anzuraten.

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Haben Sie Interesse? – Sie können bei Herrn Robert Burlon unter der Telefon-Nr.: 922-57 54 96 Näheres erfahren.




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