17 Verhaftungen wegen Versicherungsbetrug

Beulen und Schäden wurden erst selbst verursacht und dann der Versicherung gemeldet und wieder repariert. Foto: Pixabay

Beulen und Schäden wurden erst selbst verursacht und dann der Versicherung gemeldet und wieder repariert. Foto: Pixabay

Die Nationalpolizei legte in Málaga einem Mechaniker und seinen Komplizen das Handwerk, die Schadensfälle an PKWs vortäuschten

Málaga – Die Nationalpolizei hat in Málaga siebzehn Personen festgenommen, die mutmaßlich Verkehrsunfälle vortäuschten, um Versicherungs­leistungen zu erschleichen. Es handelt sich um Personen spanischer Nationalität im Alter zwischen 18 und 58 Jahren, die alle miteinander verwandt oder verschwägert sind.
Drei verschiedene Versicherungsgesellschaften erlitten durch den organisierten Betrug einen Schaden von insgesamt 17.000 Euro.
Die polizeiliche Untersuchung wurde durch Hinweise ausgelöst, welche zwei Privat­ermittler vorlegten, die durch eine der Versicherungen eingeschaltet worden waren. Es ging dabei um einen vermeintlichen Unfall, der sich im Oktober 2020 ereignet haben sollte und einige Zweifel aufwarf. Die zuständigen Beamten der Abteilung für Wirtschaftskriminalität begannen, den Fall von diesem Anfangsverdacht ausgehend, zu untersuchen und hatten Glück. Ein Zeuge stellte ein Video zur Verfügung, das für die Lösung des Falles von entscheidender Bedeutung war.
Es zeigt einen Angestellten einer Kfz-Werkstatt in Cortana, Málaga, am Steuer eines Autos, mit welchem er direkt vor dem Sitz der Firma, für die er arbeitet, mehrfach gegen ein zweites Auto fuhr. Der Videofilmer fragt den Mann, was er da mache, und dieser antwortet, er organisiere Verkehrsunfälle.
Offenbar gab sich der Mann große Mühe, die auf diese Weise herbeigeführten Schäden an den Fahrzeugen genauso herzustellen, dass sie zu den Unfällen, die er bei der Versicherung anzeigen wollte, passten. Ein Kollege half ihm dabei. Gemeinsam fingierten sie den jeweiligen Unfallschaden und füllten dann möglichst glaubwürdig eine einvernehmliche Erklärung der angeblichen Fahrer aus, die sie bei den Versicherungen der beiden „Unfallgegner“ einreichten. Sodann ließen sie den Gutachter der Versicherung in die Werkstatt kommen, um den Schaden zu schätzen, und nahmen zu guter Letzt auch noch die Reparatur selbst vor.
Gleichzeitig wurden die vermeintlichen Fahrer und Insassen der Unfallfahrzeuge in einem Krankenhaus vorstellig, um sich die Verletzungen, welche sie bei dem Unfall davongetragen haben wollten, bescheinigen zu lassen.
Die Polizei stellte jedoch fest, dass die Verletzungen, welche diese angaben, nicht zu dem gemeldeten Unfallhergang passten.
Den Ermittlungen zufolge deutete alles darauf hin, dass bald größere Schadensfälle mit höheren Regulierungssummen fabriziert werden sollten. Den Festgenommenen wird Betrug, Urkundenfälschung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

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