Fiktiver Musiker geht für Spanien ins Rennen


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Gran Prix de la Chanson könnte für Spanien zur Ulk-Nummer werden

Einmal anders sollte die Wahl des Kandidaten ablaufen, der Spanien beim diesjährigen Grand Prix de la Chanson in Belgrad vertreten wird, um wieder das Interesse der Bürger an dem inzwischen als „veraltet“ und „langweilig“ angesehenen Gesangswettbewerb zu wecken.

Madrid – Die Rechnung ging auf, allerdings mit Sicherheit nicht ganz so, wie sich die Organisatoren, TVE, das vorgestellt hatten. Dabei hatte alles so gut begonnen. Jeder Bürger hatte die Möglichkeit, sich die Kandidaten im Internet anzusehen und abzustimmen. Die fünf mit der höchsten Bewertung stellten sich dann zusammen mit fünf weiteren von der Organisation ausgesuchten Kandidaten einer Endausscheidung, die im Fernsehen übertragen wurde. Niemand konnte da jedoch ahnen, dass sich so viele sogenannte frikis, also etwas abgefahrene, nicht der Normalität entsprechende Musiker, Freaks halt, dafür bewerben würden, beim Eurovision Song Contest für Spanien antreten zu dürfen.

So war es aber und Spaniens Internet-User haben ihre Möglichkeit, mit abstimmen zu dürfen, eifrig genutzt. Mit dem Ergebnis, dass fünf frikis in die Endausscheidung kamen. Da auch hier die Zuschauer per Telefon und SMS mit abstimmen durften, gewann dann auch tatsächlich, Rodolfo Chikilicuatre, der bereits im Internet die meisten Stimmen erhalten hatte.

Hinter Rodolfo Chikilicuatre versteckt sich der Schauspieler David Fernández, der, mit Toupé und Plastikgitarre ausgestattet, eine Karikatur des mittelmäßigen Schlagersängers par excellence zum Bes­ten gibt. Alles eingebettet in eine tragisch-komische Tanzchoreographie. Spanien wird dieses Jahr also mit einer Art fiktiver Künstler vertreten sein. Aufsehen und Einschaltquoten scheinen garantiert.




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