Felipe VI. wurde Fünfzig


An seinem 50. Geburtstag verlieh König Felipe an Kronprinzessin Leonor den Orden vom Goldenen Vlies – die höchste Auszeichnung, die ein spanischer König vergeben kann. Bei dem Festakt im Säulensaal des Königspalastes bat er die zukünftige Königin Spaniens um „Aufopferung, Beispielhaftigkeit, Ehrlichkeit und Bescheidenheit“. Sie solle sich stets an der Verfassung orientieren. Dies war der erste offizielle Akt, in dem Leonor im Mittelpunkt stand. Foto:CASA real

Er verlieh seiner kleinen Tochter den Orden vom Goldenen Vlies

Madrid – Am 30. Januar gab es einen runden Geburtstag für den spanischen Monarchen. König Felipe wurde 50 Jahre alt. Doch wie schon in den vergangenen Jahren wurde deshalb nicht groß gefeiert. Der offizielle Kalender des Königshauses sieht keine Feierlichkeiten aus derartigen Anlässen vor. Geburtstag und Namenstage seien ausschließlich Familienangelegenheiten, heißt es dort ausdrücklich. Er zog es vor, zu arbeiten und nahm die Gelegenheit wahr, um seiner zwölfjährigen Tochter, der Kronprinzessin Leonor, einen Orden an ihr blaues Kleidchen zu heften.

Einige Tage zuvor hatte das Königspaar erstmalig Fotos aus seinem täglichen Leben freigegeben, wie beispielsweise die Aufnahme vom Mittagessen der kleinen Familie.

Anlässlich seines 50. Geburtstages gewährte Felipe Einblick in das Privatleben der Königsfamilie, wie hier beim gemeinsamen Mittagessen. Foto: EFE

So stand im Mittelpunkt der kleinen Feier am 30. Januar nicht Felipe sondern die Kronprinzessin, denn für Felipe gab es keine Geburtstagsparty im Palast. Er zeichnete die Prinzessin von Asturien, so lautet der offizielle Titel der Thronfolgerin, mit dem Orden vom Goldenen Vlies aus, der höchsten Ehrung, die ein spanischer König vergeben kann. Im Alter von 13 Jahren hatte Felipe den Toisón de Oro aus den Händen seines Vaters, König Juan Carlos, erhalten.

Sie mache damit einen sehr bedeutenden Schritt in der Vorbereitung auf ihre Zukunft, hatte er der kleinen Leonor erklärt, und der Orden solle sie stets an ihre große Verantwortung als Thronfolgerin erinnern. Dann fragte er seine kleine Tochter väterlich, ob sie sich denn auch über diese große Auszeichnung freue. Das Königpaar hatte zuvor entschieden, die zwölfjährige Prinzessin nicht dem Druck auszusetzen, öffentlich sprechen zu müssen.

Bei diesem symbolischen Akt, der im Königlichen Palast stattfand, waren auch die Großeltern, König Juan Carlos und Königin Sofía, die jüngere Schwester Sofía sowie weitere Verwandte des Hauses Borbon anwesend. Weitere achtzig Personen hatten eine Einladung erhalten, darunter Vertreter der wichtigsten Institutionen des Staates, wie der Regierung, des Parlaments und des Rechtswesens. Auch zwanzig Kinder zwischen 11 und 14 Jahren – eines aus jeder autonomen Region und aus Ceuta und Melilla, ein Kind aus einer Sonderschule, sowie der Schüler, der den Wettbewerb „Was ist ein König für dich“ gewonnen hatte, waren eingeladen worden. Ebenso waren auch drei Träger des „Toisón“ anwesend: Javier Solana, ehemaliger Minister, Victor García de la Concha, Direktor des Cervantes-Instituts, sowie Enrique Iglesias, ehemaliger Generalsekretär des Iberoamerikanischen Bündnisses.

Als er die Nachfolge seines Vaters König Juan Carlos antrat, hatte Felipe bei seiner Thronrede feierlich versprochen, dass er zum Nutzen des spanischen Volkes entscheiden und arbeiten werde. In diesen Wochen, als sich der Katalonien-Konflikt erneut zuspitzte, konnte er mit seiner eindeutigen Stellungnahme zum Respekt vor der Spanischen Verfassung sein Format als Staatschef beweisen.

An diesem 30. Januar, seinem Geburtstag, verfolgte er im engen Kontakt mit der Regierung von seinem Sitz, dem Zarzuela-Palast in Madrid aus, aufmerksam die Ereignisse im Parlament von Barcelona.

Seine Rede vom 3. Oktober letzten Jahres nach der illegalen Volksabstimmung in Katalonien hat sein Ansehen und seine Popularität erhöht, mit Ausnahme bestimmter Gruppen in Katalonien. Obwohl er fließend katalanisch spricht, hatte er bei dieser Gelegenheit darauf verzichtet, seine Rede in dieser Sprache zu halten.




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