Fast 80% der Spanier gegen Anhebung des Rentenalters


Umfrage des CIS

Anfang April wurden die Ergebnisse einer im März durchgeführten Umfrage des Zentrums für Soziologische Forschung (CIS) zur Rentenreform, Spaniens Hauptproblemen, der Wirtschaftslage und den Zukunftsaussichten veröffentlicht.

Madrid – Rentenreform: Note 6

Mehr als deutlich fiel das Urteil der Spanier über die Rentenreform aus: 79,4% waren „gar nicht oder wenig einverstanden“ mit der Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67; 69,2% waren „gar nicht oder wenig einverstanden“ mit der Verlängerung der für die Berechnung der Rente maßgeblichen Einzahlungszeit von 15 auf 25 Jahre. Die Anhebung der zum Erhalt der vollen Rente erforderlichen Einzahlungsjahre von 35 auf 37 lehnten 28,8% ab.

Auf der anderen Seite zeigten sich die Befragten mit der Anrechnung von neun Monaten Erziehungsurlaub pro Kind und bis zu zwei Jahren Stipendium bei Hochschulabsolventen zu 81,1% bzw. fast 75,8% „sehr oder ziemlich einverstanden“.

Die meisten (26,5%) gaben der Rentenreform auf der Bewertungsskala von 0 bis 10 eine glatte 0 [dies entspricht einer sechs im deutschen Benotungssystem]. Fast die Hälfte (46,9%) glauben, dass die Rentenreform nicht das Rentenproblem löst und dass dieses in den kommenden Jahren wieder auf den Tisch kommen wird.

Drückende Arbeitslosigkeit und Wirtschaftslage

Nach dem Hauptproblem des Landes befragt, gaben 81,8% die Arbeitslosigkeit, 51,3% die wirtschaftlichen Probleme und 20,2% die politische Klasse an. Damit handelt es sich beim März schon um den dritten Monat in Folge, in dem die Arbeitslosigkeit die 80 %-Marke überstieg. In den ersten Monaten des letzten Jahres wurde diese Marke auch übertroffen – zum ersten Mal seit 1998.

Die Wirtschaftslage stuften 79,5% als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ein. Nach Meinung der Befragten wird sich das – zumindest in der nahen Zukunft – kaum ändern: 31% glauben, die wirtschaftliche Lage wird in einem Jahr noch schlechter sein, nur 18,8% sagten eine Verbesserung voraus.

Fast jeder Fünfte (18,1%) schätzte es als „sehr“ oder „ziemlich“ wahrscheinlich ein, dass er den Arbeitsplatz verlieren wird. Mehr als die Hälfte (57,3%) der Arbeitslosen schätzt es als „wenig“ oder „gar nicht“ wahrscheinlich ein, eine Stelle zu finden.




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