EuroVegas will sich in Spanien etablieren


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Zwei spanische Großstädte bewerben sich als Standort

Die US-amerikanische Gesellschaft Las Vegas Sands wird noch vor dem Sommer entscheiden, ob sie in Spanien ihren Freizeit- und Glücksspiel-Komplex errichten wird. Das Projekt ist unter der Bezeichnung EuroVegas bekannt geworden. Dann steht zur Entscheidung, ob der Mega-Komplex in Madrid oder in Barcelona entstehen soll.

Madrid – Das hat Ron Reese, der Kommunikationsdirektor der Gesellschaft bei einem Gespräch mit der Zeitung El Pais mitgeteilt. Zwischen beiden Städten steht es unentschieden, was die Vorzüge und Nachteile betrifft, und sobald alle Studien abgeschlossen sind, soll die Entscheidung fallen. „Es wird im Wesentlichen an der Flexibilität der politischen Entscheidungsträger in Madrid und Barcelona liegen, für wen wir uns entscheiden. Wie es um Steuererleichterungen bestellt ist, die kostenlose Überlassung von Grund und Boden, erforderliche Gesetzesänderungen, kurz gesagt, wie auf unsere Wünsche eingegangen wird. Wir werden das beste Paket unter die Lupe nehmen und dann eine Entscheidung treffen. Die Zentralregierung hat uns die Freiheit zugestanden, über den Standort zu entscheiden“, hatte Reese der Zeitung erklärt.

Bereits am 21. Februar hatte sich der Millionär Sheldon Adelson, Präsident und Hauptaktionär von Las Vegas Sands mit dem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Jaime García-Legaz getroffen, dem eine Wunschliste übergeben wurde. Der Vertreter der spanischen Regierung habe sich offen und interessiert für das Projekt gezeigt und durchblicken lassen, flexibel mit den Konditionen umgehen zu wollen.

EuroVegas hat bereits 7,6 Millionen in Studien und Honorare für Anwälte, Berater etc investiert. Der Sprecher der Gesellschaft war in den letzten Tagen ständig zwischen Madrid und Barcelona unterwegs und hat täglich bis zu fünf Konferenzen abgehalten, um das Projekt zu erläutern.

Investitionen von 18,8 Milliarden Euro

Die Gesellschaft wird zwischen 15 und 18,8 Milliarden Euro bis zum Jahr 2022 investieren und damit 164.000 direkte und rund 97.000 indirekte Arbeitsplätze schaffen. Nach der endgültigen Fertigstellung wird der Komplex über 12 Resorts mit 36.000 Zimmern, 6 Spielcasinos mit 1065 Spieltischen und 18.000 Glücksspielautomaten verfügen. Außerdem über 9 Theater, 3 Golfplätze, sowie eine Mehrzweckhalle mit 15.000 Sitzplätzen. Wie der Sprecher weiter detaillierte, sollen lediglich 35 % der Einnahmen aus dem Glücksspiel erzielt werden. Die Konstruktion wird stufenweise erfolgen in einem Rhythmus von vier Casinos und 12.000 Hotelzimmern alle zwei Jahre.

Ron Reese unterstrich mehrfach, das Projekt sei undurchführbar, wenn nicht alle Forderungen seiner Gesellschaft erfüllt würden. Er wollte nicht den Grad der Flexibilität nennen, der erforderlich ist, um mit dem Projekt zu beginnen. Las Vegas Sands hatte bereits eine Änderung des Arbeitsgesetzes verlangt, um die starren kollektiven Tarifverträge zu lockern, ebenso wie das Ausländergesetz, um die Erteilung von Arbeitsgenehmigungen zu beschleunigen. Weiterhin wird für zwei Jahre die totale oder zeitweise Aussetzung der Sozialversicherungsbeiträge und der staatlichen, regionalen und kommunalen Steuern verlangt. Der spanische Staat soll für einen Kredit in Höhe von 25 Millionen Euro bei der Europäischen Investitionsbank garantieren und sich zur Schaffung der nötigen Infrastrukturen wie U-Bahnen, Schnellbahnen, Straßen sowie einen Anschluss an den AVE – den spanischen Hochgeschwindigkeitszug – verpflichten. Ebenso soll es Sache von Regionalregierungen und Gemeinden sein, Grund und Boden bereitzustellen und notwendige Enteignungen von Grundstücken vorzunehmen, die sich in Privatbesitz befinden. Auch wird ein Abkommen über Exklusivität verlangt und die Erlaubnis, in den Casinos zu rauchen. Auch müsste das Gesetz zur Verhinderung von Geldwäsche gelockert werden, welches vorsieht, dass Gäste identifiziert werden müssen, die Jetons im Wert von über 2.000 Euro eintauschen wollen.

Jetzt wird mit Spannung auf die Entscheidung gewartet, ob EuroVegas tatsächlich nach Spanien kommt.




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