Europäischer Solarpreis für La Muela


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Der kleine Ort südwestlich Zaragossas gilt als vorbildlich in Sachen Nutzung der Windenergie

Der „Europäische Solarpreis 2005“, der seit 1994 zum 12. Mal verliehen wurde, ging in der Kategorie Städte und Gemeinden an das Rathaus von La Muela, 23 km südwestlich von Zaragossa gelegen. Die Bürgermeisterin María Victoria Pinilla Bielsa nahm den renommierten Preis in Berlin persönlich entgegen.

La Muela/Berlin – Als sie 1987 als 29-Jährige Bürgermeisterin der kleinen und armen Gemeinde La Muela wurde, zählte diese gerade mal 740 Seelen. Das auf einem Hochplateau gelegene Dorf bot nichts als Steine und reichlich Wind. Heute, 18 Jahre später, leben 3.500 Menschen in La Muela. Für weitere 12.000 Einwohner sind 4.000 Wohneinheiten im Bau. Der Gemeindeetat hat sich in dieser Zeit um das achtzigfache erhöht. Eine Entwicklung von der andere Städte und Gemeinden nur träumen können.

Möglich wurde dieser rasante wirtschaftliche Aufschwung durch die konsequente Nutzung der Windenergie. Deren Nutzung ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Früher waren es Windmühlen, jetzt sind es Windkraftanlagen. Heute drehen sich an diesem optimalen Standort auf dem Hochplateau von La Muela rund 450 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 237 MW. Das sind 20 Prozent der in Aragonien installierten Anlagen. Mehr als in ganz Italien oder China.

Alle Bürger von La Muela partizipieren am Wohlstand den die Errichtung des Windparks dem Ort gebracht hat. Sportanlagen und ein Kongresszentrum wurden gebaut. Es gibt moderne Kindergärten und Schulen. Kostenlos sind Schulbücher, die Bibliothek und die Musikschule. Ebenso der Internetzugang und Computerkurse. Sogar Auslandsstipendien werden an Studenten vergeben.

La Muela hat den „ Solarpreis 2005“ zu Recht erhalten, weil die Gemeinde den Beweis angetreten hat, dass es möglich ist, unter Ausnutzung örtlicher Gegebenheiten eine ökologisch sinnvolle und nachhaltige Energieversorgung zu realisieren. Die Jury hat überzeugt, dass die Region gestärkt, Arbeitsplätze geschaffen wurden und das Geld in der Gemeinde bleibt und nicht für Öllieferungen an die Scheichs geht.

                                                                                                                    Text: Wilfried Machens




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