ETA-Anschlagsserie nach Verbot der radikalen Baskenpartei


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Ein Soldat kam ums Leben

Mit einer regelrechten Anschlagsserie beantwortete die baskische Terrororganisation ETA ein Mitte September vom Obersten spanischen Gerichtshof verkündetes Urteil, demzufolge die radikale Baskenpartei ANV endgültig für illegal befunden wurde.

Madrid – Den ersten Versuch, mit Gewalttaten gegen das Urteil zu protestieren, verübten die Terroristen noch am selben Tag. Mit einer Haftbombe sollte ein Polizist in Bilbao getötet werden. Die Bombe, die am Fahrzeug des Beamten angebracht war, explodierte jedoch wegen eines Fehlers am Zünder, der eigentlich auf Bewegung reagieren sollte, nicht.

Wenige Tage darauf schlugen die Terroristen jedoch erneut zu – diesmal in Ondarroa, Vizcaya. Bei der Explosion einer Autobombe, die mit hundert Kilo Sprengstoff präpariert war, wurden zehn Personen verletzt. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass die Terroristen ein regelrechtes Massaker geplant hatten, was nur durch glückliche Umstände verhindert werden konnte. Wenige Stunden zuvor war eine weitere Autobombe vor einer Filiale der Caja Vital in Vitoria explodiert. Bei dem Anschlag wurde zwar niemand verletzt, doch die Sachschäden waren enorm. Am 22. September, einen Tag darauf, erreichte die Bande ihr Ziel. Bei der Explosion einer weiteren Autobombe vor einer Militärakademie in der Küstenstadt Puerto de Santoña in der an das Baskenland angrenzenden Region Kantabrien kam ein Offizier der spanischen Streitkräfte ums Leben und fünf weitere Personen wurden verletzt. Ein anonymer Anrufer hatte zehn Minuten vor der Detonation im Namen der ETA den Anschlag angekündigt.

Spaniens Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba, der den Anschlagsort noch am selben Tag besichtigte, erklärte, die Sicherheitskräfte gingen davon aus, dass sowohl der Sprengstoff als auch die Fahrzeuge in Frankreich gestohlen wurden. Auch sämtliche Vorbereitungen für die Anschläge könnten in dem Nachbarland getroffen worden sein.

Seinen Worten zufolge seien die „wahnsinnigen“ Anschläge ein weiterer Beweis für die eigentliche Schwäche der Terrororganisation.




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