ETA-Anschlag in Madrid


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Eine Autobombe explodierte in der Nähe der Ferrovial-Zentrale

Zum ersten Mal seit über zwei Jahren hat die baskische Terrororganisation ETA am 9. Februar wieder einen Anschlag in der spanische Hauptstadt verübt. Bei der Explosion einer Autobombe in der Nähe der Zentrale von Ferrovial wurde niemand verletzt.

Madrid – Ferrovial ist eines der für die Verlegung der baskischen AVE-Hochgeschwindigkeitszugstrecke verantwortlichen Bauunternehmen. Vor auf den Tag genau vier Jahren hatten die Terroris­ten an fast genau derselben Stelle schon einmal einen Anschlag verübt.

Ein anonymer Anrufer hatte etwas über eine Stunde vor der Explosion im Namen der ETA die Feuerwehr von Madrid, das Rote Kreuz und den Rettungsdienst (SAMUR) vor dem bevorstehenden Anschlag gewarnt, sodass das Gebiet gerade noch rechtzeitig weiträumig evakuiert und abgeriegelt werden konnte, bevor die Bombe, die in einem kurz zuvor gestohlenen Peugeot-Lieferwagen versteckt war, explodierte. Die Wucht der Explosion verursachte enorme Sachschäden, verletzt wurde jedoch niemand.

Nach Expertenmeinung verfolgten die Terroristen mit dem Anschlag zwei Ziele. Einerseits sollten die Bauarbeiten an der von ihnen verhassten Hochgeschwindigkeitsstrecke erneut boykottiert werden. Andererseits wird das Attentat jedoch auch als eine Antwort auf das am Tag zuvor vom Obers­ten Gerichtshof verhängte Verbot angesehen, mit dem zwei der ETA nahestehenden Parteien die Teilnahme an den baskischen Regionalwahlen untersagt wurde. Innenminister Alfredo Pérez-Rubalcaba erklärte in diesem Zusammenhang, der Anschlag habe einmal mehr verdeutlicht, dass die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs richtig war.

Der letzte ETA-Anschlag in der spanischen Hauptstadt geschah am 30. Dezember 2006, als die Terroristen eine Bombe in der Parkgarage des Terminals 4 vom Barajas-Flughafen hochgehen ließen. Bei der Explosion kamen zwei Männer ums Leben.




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