Erstes Treffen der „Allianz der Zivilisationen“


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Das internationale Forum gründet auf einer Initiative von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero

Bereits kurz nach seinem Wahlsieg im Jahr 2004 stellte der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero seine Initiative „Allianz der Zivilisationen“ als persönliche Herzensangelegenheit vor. Nach seinen Worten sollte diese „Allianz“ eine Brücke zwischen dem Westen und dem Osten schlagen und nach Wegen zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und Miteinander suchen.

Madrid – Tatkräftige Unterstützung fand er in UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Als Ziel wurde festgelegt, gemeinsame Handlungsansätze über verschiedene Gesellschaften und Kulturen hinweg zu verschmelzen, um Extremismus zu bekämpfen und kulurelle, religiöse und soziale Barrieren zu überwinden, hauptsächlich zwischen der westlichen und der vorherrschend muslimischen Welt. Im April 2007 wurde der ehemalige portugiesische Premier Jorge Sampaio zum Generalsekretär der Allianz gewählt.

Obwohl die Initiative von Beginn an weltweit auf Zustimmung und Lob traf, dauerte es bis jetzt, dass die „Allianz“ mit einem internationalen Forum in Madrid ihre ersten wirklichen Schritte machen konnte.

Über 350 Gäste aus 63 Ländern, viele davon mit islamischem Hintergrund, fanden sich zu dem Treffen im Madrider Kongresszentrum ein. In seiner Eröffnungsrede stellte Zapatero erneut klar, worum es ihm bei dieser Initiative geht. Es gehe darum, Gegenpositionen zum „Krieg der Kulturen“ zu finden und „die große Mehrheit für den Frieden“ zu mobilisieren.

Die spanische Regierung brachte hierfür einen 57 Punkte umfassenden Vorschlagsplan ein, in dem unter anderem Maßnahmen für die bessere gegenseitige Verständigung, die Vermittlung eines Wertekodexes und einer Friedenskultur sowie die bessere Integration von Einwanderern vorgesehen sind.

Dass diese Vorsätze jedoch gar nicht so leicht in die Tat umzusetzen sind, daran ließ UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, einer der prominentes­ten Kongressteilnehmer, keinen Zweifel. Es sei leicht über den Bau von Brücken des Vertrauens zu sprechen und für Toleranz und Freundschaft zwischen den Kulturen zu plädieren. Weit schwerer sei es jedoch diese „schönen Worte auch in die Tat umzusetzen“.

Am 16. Januar, dem letzten Tag des Treffens, wurde ein ers­ter Vorschlag für den „Dialog zwischen den Kulturen und Religionen“ verabschiedet.

Misstöne

Misstöne brachte, zumindest auf nationaler Ebene die Tatsache ein, dass die konservative Opposition (PP) sich lautstark darüber mokierte, es handle sich bei der ganzen Angelegenheit doch nur um eine Farce, die weltweit eher belächelt werde.

Das zeige sich schon allein daran, dass sich unter den Kongressteilnehmern kaum Persönlichkeiten von internationaler Bedeutung fänden.




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