„Erster Wahlakt der konservativen Opposition“


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Sozialisten wehren sich gegen Kirchen-Demo mit Pressemitteilung

Die Demonstration der katholischen Kirche, die offiziell unter dem Motto „Schutz der Familie“ stand, ist nach Ansicht der Sozialisten eher eine erste Veranstaltung der Wahlkampagne der Konservativen gewesen, als eine Verteidigung traditioneller Werte.

Madrid – Wenige Tage nach der umstrittenen Kundgebung, bei der die kirchlichen Würdenträger mit der Sozial- und Familienpolitik der regierenden PSOE hart ins Gericht gingen, erklärte José Blanco, sozialistischer Staatssekretär für Organisation und Kooperation, man werde diesen „Angriff auf die demokratischen Institutionen seitens der Bischöfe, wie es ihn seit der Transition nicht mehr gegeben hat“ nicht einfach so hinnehmen. Wenn die Bischöfe Politik betreiben wollen, dann stehe ihnen das natürlich frei, ironisierte Blanco, jedoch müssten sie sich dann auch für die Wahlen aufstellen lassen. Das von den kirchlichen Würdenträgern an den Tag gelegte Verhalten habe bei vielen Chris­­ten, unter anderem bei ihm, einen derart bitteren Nachgeschmack hinterlassen, dass man Lust bekomme, aus der Kirche auszutreten.

„Die Dinge, wie sie wirklich sind“

Zusammen mit Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero arbeiteten die Sozialis­ten eine öffentliche Mitteilung aus, die am 2. Januar unter dem Titel „Die Dinge, wie sie wirklich sind“ bekannt gegeben wurde.

Darin wurde unter anderem klar gestellt, dass die PSOE ihren in Sachen Sozial- und Familienpolitik eingeschlagenen Weg, trotz des Drucks seitens der Kirche nicht aufgeben will. „Wir werden, was die Erweiterung der Rechte der Spanier betrifft, keinen Schritt zurück machen“, heißt es wörtlich.

Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero erklärte außerdem im Rahmen einer Veranstaltung in Almonte, Huelva, in der spanischen Verfassung habe jeder Platz, „jeder hat ein Recht darauf, Rechte zu haben, egal wie er denkt und egal, ob er gläubig ist oder nicht“.

Für die Sozialisten steht fest, dass die Kundgebung unter anderem offenbart habe, welcher interne Kampf bei den katholischen Würdenträgern in Spanien herrsche, denn die Demons­tration wurde nur von den Anhängern des erzkonservativen Madrider Erzbischofs Antonio María Rouco Varela unterstützt, während die eher liberal orientierten katalanischen und baskischen Bischöfe nicht teilnahmen.




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