Erster Guantanamo-Häftling in Spanien angekommen


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Zapatero hatte Präsident Obama eine entsprechende Zusage gemacht

Der erste der fünf Häftlinge aus dem amerikanischen Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba, die in Spanien aufgenommen werden, ist vor einigen Tagen angekommen.

Madrid – Das hat Innenminister Rubalcaba dem Kongress mitgeteilt. Er wollte jedoch weder den Ort noch die Uhrzeit mitteilen. Außerdem ließ er wissen, dass es sich um einen Mann handelt, der aus Palästina stammt.

Es handelt sich um den ersten von maximal fünf Häftlingen, die Spanien gemäß einer Vereinbarung zwischen den Präsidenten Zapatero und Obama aufnehmen will.

Verteidigungsministerin Charcón hatte zu diesem Thema erklärt, dass die Überführung im Rahmen der Position erfolgt, die Spanien zusammen mit den übrigen europäischen Staaten teilt, damit Guantanamo so schnell wie möglich geschlossen werden kann. Diese Erklärung gab Carme Chacón bei einem informellen Treffen der EU-Verteidigungsminister ab, die in Palma de Mallorca stattfand. Neben den 27 EU-Minister-Kollegen nahmen auch Vertreter von fünf Magh­reb-Ländern sowie der EU-Beitrittskandidaten teil.

Innenminister Rubalcaba versicherte, dass die Akten der vier übrigen Aufnahme-Kandidaten genau studiert werden, bevor sie in Spanien einreisen. Bedingung sei, dass bei der Justiz keinerlei Fälle gegen sie anhängig sind. Innerhalb des Landes werden sie sich frei bewegen können, doch nach einem Abkommen mit der EU dürfen sie spanischen Boden nicht verlassen und in kein anderes Land der EU einreisen. Weitere Details darüber, unter welchen Umständen die Exhäftlinge in Spanien leben werden, wollte der Minister nicht nennen, da sie sich hier ein neues Leben aufbauen möchten.

Wie El Periódico de Catalunya erfahren haben will, hat ein amerikanisches Militärflugzeug den Häftling, einen jungen Mann, der in Gaza geboren wurde und in Saudi Arabien und Pakistan gelebt hat, nach Spanien gebracht. Danach sei die Maschine noch in einem anderen Land gelandet, um einen weiteren Gefangenen abzuliefern.




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