Erheblich weniger Corona -Patienten auf den Intensivstationen

Eine Intensivstation im April 2020. Seit Beginn der Impfkampagne hat sich die Lage auf den Intensivstationen normalisiert. Foto: EFE

Eine Intensivstation im April 2020. Seit Beginn der Impfkampagne hat sich die Lage auf den Intensivstationen normalisiert. Foto: EFE

Belegung fällt auf den niedrigsten Stand seit August 2020

Madrid – Ab dem Frühjahr 2021, als der größte Teil der gefährdeten Bevölkerung Spaniens gegen Corona geimpft wurde, war eine positive Entwicklung der Pandemie festzustellen. Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser lagen Ende August 2022 noch 241 Patienten mit Corona. Seit das Gesundheitsministerium im August 2020 mit der Veröffentlichung dieses Registers begonnen hat, war die Zahl noch nie so niedrig. Die siebte Corona-Welle ist praktisch ohne Auswirkungen auf die Intensivstationen zu Ende gegangen, deren Behandlungskapazität schon seit längerer Zeit nicht mehr gefährdet ist.

Sieben Wellen überstanden

Die ersten drei Wellen hatten die Kapazitäten der Intensivstationen total überfordert. In vielen Krankenhäusern sah man sich sogar gezwungen, nur die überlebensfähigsten Patienten zu behandeln. Die vierte Welle ist dann erheblich leichter ausgefallen, und die fünfte Welle betraf vor allem junge Menschen. Einige Patienten wurden zwar auf die Intensivstationen eingeliefert, aber diese stießen nicht an ihre Grenzen. In der sechsten Welle, die letztes Jahr zu Weihnachten Spanien erreichte, wurden wesentlich mehr Diagnosen gestellt als je zuvor, aber der Prozentsatz der kritisch kranken Patienten ging drastisch zurück. Die höchste Zahl der auf Intensivstationen aufgenommenen Patienten lag bei knapp über 2.200 Personen, eine sehr überschaubare Zahl. In der siebten Welle, für die es keine verlässlichen Aufzeichnungen über die Ansteckungen gibt, die aber wahrscheinlich ein ähnliches Ausmaß hatte wie die sechste Welle, wurde eine Höchstzahl von 547 eingelieferten Patienten gemeldet. Das Gesundheitspersonal bemerkt inzwischen, dass auf den Intensivstationen mehr Fälle von chronisch kranken Patienten behandelt werden, die in den letzten zwei Jahren der Pandemie nicht ausreichend versorgt wurden. Dabei handelt es sich um Patienten mit Atemwegs- und Herzerkrankungen sowie um postoperative Eingriffe, die wegen der Pandemie nicht mehr durchgeführt werden konnten.

Der abnehmende Druck auf die Intensivstationen ist jedoch nicht proportional zur Sterblichkeitsrate. Die Statistik verzeichnet weiterhin eine hohe Zahl von Todesfällen: im Durchschnitt sterben seit dem 28. März (*)täglich 62 Personen an oder mit Covid-19. Dabei gilt es zu beachten, dass das Durchschnittsalter der Verstorbenen 90 Jahre beträgt. Außerdem ist nach wie vor unklar, wie viele Menschen direkt an Corona sterben. Oft kann aufgrund anderer Erkankungen das Virus nicht eindeutig als Todesursache nachgewiesen werden.

(*) Seit dem 28.3.2022 werden in Spanien nur noch Covid-Erkrankungen bei über 60-jährigen Personen statistisch erfasst.

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