Endstation Atlantischer Ozean


Mumifizierte Leichen von elf afrikanischen Flüchtlingen in verrotteter Motoryacht in der Karibik gefunden

Fischer machten vor wenigen Wochen in der Karibik einen grausigen Fund. Auf einer ziellos in der Nähe von Barbados im Atlantik treibenden, völlig verrotteten Motoryacht fanden die Seeleute die Leichen von elf Menschen. Nähere Untersuchungen ergaben, dass es sich um Flüchtlinge aus Afrika handelte, deren Leichen aufgrund der klimatischen Bedingungen nahezu mumifiziert waren.

Madrid – Zwar hatte die keineswegs seetüchtige Schrottyacht weder Kennzeichen noch Flagge, doch anhand der an Bord gefundenen Gegenstände konnte rekonstruiert werden, dass das Schiff vor etwa drei Monaten mit 37 Flüchtlingen aus Mali und Senegal von der westafrikanischen Küste abgelegt hatte. Auf den Kapverden legten die Männer einen Zwischenstopp ein und wurden von dort aus vermutlich eine Zeit lang von einem größeren Schiff an einem dicken Tau geschleppt. Ein sauberer Schnitt belegt, dass die Schlepper die Yacht irgendwo auf dem Atlantik den Strömungen überließen. Mangels ausreichendem Trinkwasser und Lebensmitteln starben die Flüchtlinge nach mehreren Tagen auf hoher See. Die Leichen der ersten Verstorbenen wurden über Bord geworfen. Bis zum Ende harrten nur die elf nun gefundenen Männer aus, die vermutlich elendig verdursteten.

Der Kontakt über ein Mobiltelefon, das an Bord gefunden wurde, half der Polizei bei der Lösung dieses Falls. Eine Telefonnummer im Senegal war gespeichert, und so erfuhren die Beamten, dass die 37 Flüchtlinge in diesem Fall Brasilien und nicht etwa die Kanaren ansteuerten.

Das Rote Kreuz vermutet, dass seit letzten Herbst mindestens 1.200 Menschen bei dem Versuch einer Überfahrt nach Europa ums Leben gekommen sind.




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