Einwanderer-Zuzug wird der Riegel vorgeschoben


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Beschäftigungsliste für Anwerbung von Arbeitskräften im Ausland wurde gekürzt

Arbeits- und Immigrationsminister Celestino Corbacho macht ernst. Mitte Oktober hat er den ersten Schritt zur angekündigten drastischen Kürzung der Berufssparten durchgeführt, in denen Ausländer in ihrem Heimatland für eine Arbeit in Spanien unter Vertrag genommen werden dürfen.

Madrid – Bislang durften in Berufssparten, die in Spanien mit nationalen Arbeitskräften als schwer zu decken galten, ausländische Arbeitskräfte angeheuert werden. Diese Sparten wurden nun aber um 32,14% gekürzt.

Erstaunlicherweise sind von den Kürzungen ausgerechnet Beschäftigungsbereiche betroffen, die bis vor wenigen Monaten noch die meisten Vertragsabschlüsse im Herkunftsland ausmachten, nämlich der Dienstleis­tungssektor (im ersten Halbjahr 2007 machte er 58,6% der Vertragsabschlüsse aus), die Baubranche (24,29%) und die Landwirtschaft (11,85%).

Haushaltshilfen, Kellner, Maurer, Klemp­ner und landwirtschaftliche Hilfskräfte wurden demnach von der Liste der Berufssparten gestrichen, für die im Ausland Arbeitskräfte angeheuert werden dürfen. Zur Veranschaulichung: 2005 wurden noch 454.717 Personen im Ausland für eine Arbeit in Spanien unter Vertrag genommen.

Seit seinem Amtsantritt vor etwas über sechs Monaten hatte Corbacho mehrfach angekündigt, die Liste kürzen zu wollen, um den spanischen Arbeitskräften und den bereits im Land lebenden ausländischen Bevölkerungsgruppen, die durch die Wirtschaftskrise arbeitslos wurden, den Vorrang zu geben. Bislang wurde die Anwerbung von Arbeitskräften im Ausland immer von Regierungsseite als die „Lösung zur Bekämpfung der illegalen Immigration“ angepriesen.

Künftig können nur noch gut ausgebildete Einwanderungswillige auf einen legalen Job in Spanien hoffen.




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