Einigung beim Kohleabbau


Der Sektor soll wieder in Schwung kommen

Nach anderthalb Jahren zäher und schwieriger Verhandlungen haben nun das Ministerium für Industrie, Energie und Tourismus, der Arbeitgeberverband Carbunión und die Gewerkschaften zu einer Einigung gefunden und die Zukunft des spanischen Steinkohlenbergbaus bis 2018 festgelegt.

Madrid – Der „Plan der Kohle“ (Plan del Carbón) beinhaltet diverse soziale Maßnahmen und zielt auf die Wiederbelebung des Kohleabbaus ab.

Den im Bergbau tätigen Arbeitern wird die Frühpensionierung ab 54 eingeräumt. Des Weiteren wurden die Abfindungszahlungen auf 10.000 Euro festgesetzt. Darüber hinaus sollen die Bergleute spezifischer ausgebildet, die Sicherheit in den Minen verbessert und die von der Silikose (Quarzstaublunge) betroffenen Bergleute stärker unterstützt werden.

Im Rahmen des Abkommens sind erhebliche Investitionen in Infrastruktur und neue Projekte über 250 bzw. 150 Millionen Euro vorgesehen. Auch hat die Regierung zugesagt, sich bei den Stromversorgern für eine vermehrte Abnahme der in Spanien geförderten Kohle einzusetzen, die wieder mit einem Anteil von 7,5% an der nationalen Stromproduktion beteiligt werden soll.

Für die Unternehmen und die Bergleute bedeutet der Plan eine reelle Zukunftschance. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die Montanindustrie seit Jahrzehnten von Subventionen abhängig und eigentlich unhaltbar ist. Auch die Umweltschützer halten wegen des anhaltenden Flächenverbrauches und der bei der Verbrennung entstehenden Luftverschmutzung nicht viel von dem Plan.

Ein untragbares Unternehmen?

Tatsächlich wird der spanische Steinkohlenbergbau seit 1986 von der Europäischen Union subventioniert. Obwohl die Stromversorger seit 2009 immer weniger Kohle ordern, ist Kohle weiterhin gefragt, wird jedoch häufig importiert, 2011 waren es über 16 Millionen Tonnen – weil die ausländische Kohle sauberer ist, so die Stromversorger. Die spanischen Unternehmen, die selten auch in umweltverträglichere Anlagen investieren können, sind jedenfalls häufig unrentabel.

Allerdings gibt es Gegenden in Asturien, Galicien, Kastilien-León, Aragonien, Katalonien, Kastilien-La Mancha und Andalusien, die hinsichtlich der Arbeitsplätze vollkommen vom Steinkohlenabbau abhängig sind.

In ganz Spanien existieren derzeit 47 Bergbaubetriebe mit rund 8.000 Angestellten.




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