Ein Drittel der Steuerzahler bedenkt die Kirche


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Der Staat finanziert die Katholische Kirche mit rund 11 Milliarden Euro jährlich

Wie der Vizesekretär der Spanischen Bischofskonferenz CEE, Fernando Giménez Barriocanal, mitteilte, sind die Bischöfe „recht zufrieden“ mit dem Verhalten ihrer Schäfchen beim Ausfüllen der Einkommensteuererklärung (IRPF).

34,8% der Steuerpflichtigen markieren in dem Formular die Option für die Unterstützung der Katholischen Kirche. Das Kreuzchen verändert nicht die Höhe der Steuern, die der Einzelne zu zahlen hat, sondern ist nur eine Willensäußerung darüber, wie ein Teil der Steuern zu verwenden ist.  

Obwohl die Kirche Jahr für Jahr über drei Millionen Euro für eine Kampagne ausgibt, welche die Bürger motivieren soll, der Kirche über ihre Steuererklärung Mittel zuzuweisen, steigt der Prozentsatz kaum an. Ebenfalls  jedes Jahr führt die Organisation „Europa Laica“ (Weltliches Europa) eine Aktion gegen die öffentliche Finanzierung der Kirchen durch. Sie kritisiert, dass die Katholische Kirche vom Staat durch direkte Subventionen und die Freistellung von Abgaben jährlich 11 Milliarden Euro erhalte. Auch von der Möglichkeit, in der Steuererklärung stattdessen die Zuweisung von Steuergeldern für soziale Zwecke an Nichtregierungsorganisationen anzukreuzen, überzeugt die Gegner der staatlichen Finanzierung der Kirche nicht. Nach ihrer Anschauung müssen soziale Maßnahmen vom Staat ausgehen und zwar als ein Bürgerrecht und nicht in Form von Almosen. 

Jeden Monat überweist das Finanzamt auf ein Konto der Bischofskonferenz Geld für die Religionsausübung und Gehälter. Im Jahr 2013 waren es jeweils 247,6 Millionen Euro, 1,5 Millionen weniger als noch 2012. Dieser Rückgang ist nicht nur der Krise geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass immer weniger Steuerzahler ihr Kreuzchen für die Katholische Kirche machen, die als einzige Konfession in der Steuererklärung zur Auswahl steht. In 2012 entschieden sich noch 7.339.102 Steuerzahler für diese Möglichkeit, ein Jahr darauf waren es nur noch 7.268.597. Seit die sozialistische Regierung von José Luis Zapatero nach einer simplen Absprache mit der Bischofskonferenz den Prozentsatz, der pro Steuerzahler der Kirche zufällt, auf 0,7% erhöhte, sind die Zahlen rückläufig. Damals stiegen die Einnahmen der Kirche aus dem Steuertopf von 173,75 Millionen Euro monatlich in 2006 auf 241,32 in 2007. 




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