Ehemaliger Verteidigungsminister muss wegen „Yak-42“-Absturz aussagen


Trillo-Figueroa wird sich nun doch wegen des Todes von 62 spanischen Soldaten verantworten müssen

Es war eine der größten Tragödien der jüngsten spanischen Militärgeschichte: Bei einem Flugzeugabsturz waren am 26. Mai 2003 in Trebisonda, Türkei, 62 Soldaten auf dem Heimweg von Afghanistan nach Spanien ums Leben gekommen.

Madrid – Als sich bei den Ermittlungen im Hinblick auf die Ursache des Absturzes herausstellte, dass es sich bei dem gecharterten Unglücks-Flieger, einer Yak-42, um ein hoffnungslos überaltertes und noch dazu unzureichend gewartetes Modell handelte, das schon längst nicht mehr hätte fliegen dürfen, war die Empörung groß. Zu allem Überfluss leistete sich der damalige Verteidigungsminister Federico Trillo-Figueroa (PP), der für das Chartern des Flugzeuges verantwortlich war, noch einen weiteren fragwürdigen Schnitzer, als bekannte wurde, dass es bei der Identifizierung der Leichen aus „Eile“ und „wissentlich“ zu mehreren Verwechslungen gekommen war.

Trotz aller Empörung und Kritik sah Trillo-Figueroa damals keinen Anlass, weder die Verantwortung für das Chartern der Unglücksmaschine, noch der falschen Identifizierungen auf sich zu nehmen, geschweige denn zurückzutreten. Alle Bemühungen der Hinterbliebenen, mit Hilfe der Justiz die eigentlichen Schuldigen für das vermeidbare Unglück zu finden, schlugen fehl. Bis jetzt.

Fünf Jahre nach dem Unfall wird der Fall jetzt neu aufgerollt. Und Federico Trillo-Figueroa ist einer der elf Zeugen, die vor dem leitenden Richter Fernando Grande-Marlaska aussagen müssen. Im Gegensatz zu anderen Zeugen hat er jedoch das Privileg, seine Aussage in schriftlicher Form zu machen und das werde er auch tun, um möglichst „genau und ausführlich“ zu sein.

Nicht so sein Nachfolger, der Sozialist José Bono, der bei Amtsantritt umgehend eine interne Untersuchung über den Absturz anordnete und ebenfalls vor den Richter muss. Er werde in jedem Fall persönlich vor Gericht erscheinen, bestätigte er.




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