Durchschnittslohn ist weiter zurückgegangen


Besonders betroffen sind die Teilzeitangestellten

Im letzten Quartal von 2014 ist der durchschnittliche Bruttolohn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,2% auf 1.991,84 Euro zurückgegangen.

Das gab das Nationale Statistikinstitut (INE) dieser Tage bekannt. Weil der Verbraucherpreisindex Ende 2014 um ein Prozent zurückging, dürften die Arbeitnehmer jedoch keine zu großen Einbußen erlitten haben. Der Rückgang des Bruttolohnes ist auch auf die seit 2010 betriebene Kürzung der Lohnkosten zurückzuführen. Neben der Kürzung der Löhne und Gehälter eine der von der Regierung, den Unternehmen und den Gewerkschaften beschlossene Maßnahmen, um die Krise zu überwinden. 

Aus der Statistik geht hervor, dass die Lohnsenkung im letzten Quartal 2014 vor allem die Arbeitnehmer mit Teilzeitvertrag getroffen hat. So verdiente ein in Vollzeit beschäftigter Arbeitnehmer durchschnittlich 16,11 Euro (-0,6%), ein Teilzeitangestellter nur 10,68 Euro (-1,2%) pro Stunde. Der Teilzeitangestellte wurde somit doppelt bestraft: Nicht nur, dass er weniger Stunden arbeitet und einen erheblich geringeren Durchschnittslohn kassiert, er musste auch noch eine doppelt so hohe Lohnsenkung hinnehmen. 

Antonio Garamendi, Präsident des Spanischen Verbandes der kleinen und mittleren Unternehmen (CEPYME), forderte, die gemäßigte Lohnpolitik aufrechtzuerhalten, schließlich befänden sich weiterhin 66% der kleinen und mittleren Unternehmen in den roten Zahlen. Vor allem gelte es, die Zukunft der Unternehmen – und der Arbeitsplätze – zu sichern. 

Cándido Méndez, Leiter der Gewerkschaft UGT, hielt dagegen, wenn Kürzungen vor einigen Jahren notwendig waren, müssten nun langsam die Löhne wieder steigen, um den Konsum und die Wirtschaft in Gang zu bringen.

Derzeit laufen die entsprechenden Verhandlungen zwischen der Politik, der Wirtschaft und den Arbeitnehmern.




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