Düstere Aussichten


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Neueste Prognosen des Internationalen Währungsfonds

Im April stellte der Internationale Währungsfonds seine neuesten Prognosen vor, die für Spanien mehr als düster ausfielen.

Washington/Madrid – Während Europas größte Volkswirtschaften sich teilweise schon vollkommen von der Krise erholt haben, soll Spanien noch ein langer, beschwerlicher Weg bevorstehen.

Langfristig um Jahre zurückgeworfen

So glauben die Wirtschaftsexperten, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Spaniens werde erst 2017 wieder den Stand von 2008 erreichen. Damit läge das Land derzeit sechs Jahre hinter Deutschland zurück. Laut Wirtschaftsprofessor José Ramón Díez Guijarro werde sich der Arbeitsmarkt sogar noch langsamer erholen: „Wenn das BIP 2018 den alten Stand wieder erreicht hat, dann werden die zweieinhalb Millionen verlorenen Arbeitsplätze bestenfalls 2022 oder 2023 zurückgewonnen sein.“

Doppelte Rezession

Warum gehört Spanien zu der Gruppe der europäischen Nationen, die noch lange mit der Krise zu kämpfen haben (Griechenland, Italien, u.a.), während es den großen Wirtschaftsmächten wie Deutschland schon wieder gut geht? Unter anderem, weil Spanien unter einer doppelten Rezession leidet. Zuerst kam die Weltwirtschaftskrise und führte zu einem wirtschaftlichen Rückgang, dann erstickte der Zusammenbruch der Fundamente des Booms jeglichen Keim einer Wirtschaftserholung. Denn Spaniens rasantes Wirtschaftswachstum innerhalb weniger Jahre beruhte auf einer labilen Blase. „Eine aufgrund der hohen Einwanderung erstarkte Nachfrage und der leichte Kreditzugang ließen den Anteil des Immobilienmarktes am BIP nach oben schießen, doch damit ist ein für allemal Schluss,“ so das Institute of International Finance (IIF), eine globale Vereinigung privater Finanzinstitute. Es wird lange dauern, bis der Immobilienüberschuss abgebaut ist, sich die Preise erholt haben, die Liquidität der Banken gewachsen und der Kreditfluss wieder angelaufen ist. Als Anhaltspunkt können die Angaben der Deutschen Bank hinzugezogen werden. Demnach brachen die US-Immobilienpreise in den ersten zwei Jahren der Krise um 30% ein, um sich dann langsam zu erholen. „Doch in Spanien, welches unter einer ähnlichen Immobilienblase leidet, sind die Preise in drei Jahren nur um 15% gesunken und müssen noch weiter runtergehen.“

Nur sehr langsam bergauf

Doch zurück zu den Prognosen des IWF. Dessen Experten sagen der spanischen Wirtschaft für 2013 ein minimales Wachstum von 0,1% voraus, welches sich nur langsam steigern soll (2014: +1%, bis 2017: unter 2%). Und das auch nur, wenn die Regierung das von Brüssel diktierte allgemeine Defizitlimit von 3% weiter überschreitet, wovon der IWF ausgeht. Und deshalb soll auch die Arbeitslosenquote in den kommenden drei Jahren nicht unter 20% sinken.

Die Zeitung El País zitierte einen Investor, der aufzeigte, dass der Wechsel zu einem neuen Wirtschaftsmodell nicht einfach sei, und erklärte: „Es steht noch ein langer und schmerzhafter Weg bevor.“




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