„Du sollst den Tagelöhner nicht ausbeuten!“


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Zapatero als Redner beim traditionellen Gebetsfrühstück in Washington

Kurz nach der terminbedingten Absage von Barack Obama zum für den 24. Mai geplanten EU-Gipfel in Madrid ist der spanische Präsident José Luis Rodríguez Zapatero auf Einladung des amerikanischen Präsidenten zum traditionellen Gebetsfrühstück nach Washington geflogen.

Washington – Hier sprach Zapatero vor 3.500 geladenen Gästen. Er hielt eine 15-minütige Rede auf Spanisch, wofür er sich ausdrücklich bedankte, „war doch das Spanische die erste Sprache, in der ein Gebet der Hoffnung aus dieser Stadt an Gott gerichtet wurde.“

Gemäß der religiösen Prägung dieser Veranstaltung zitierte er aus dem Deuteronomium: „Du sollst den Lohn eines Notleidenden und Armen unter deinen Brüdern oder unter den Fremden, die in deinem Land innerhalb deiner Stadtbereiche wohnen, nicht zurückhalten. An dem Tag, an dem er arbeitet, sollst du ihm auch seinen Lohn geben. Die Sonne soll darüber nicht untergehen, denn er ist in Not und lechzt danach.“

Hier machte er die klare Aussage, dass das Recht auf Arbeit und gerechten Lohn primäres Ziel seiner Regierungsarbeit sei, während er sich gleichzeitig explizit für Solidarität mit den Erdbeben­opfern von Haiti sowie allgemein für Werte wie Freiheit und Toleranz einsetzte. Er betonte die „beachtlichen Fortschritte“, die in Sachen Freiheit und Pluralität in den USA erzielt worden sind, sowie die Parallelen zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien: „Unsere Länder verdanken denen, die von außerhalb zu uns gekommen sind, sehr viel. Ohne sie wären wir nicht das, was wir heute sind“ und gedachte im Hinblick auf Haiti derer, „die nicht kommen können.“

Kein Gespräch mit Obama

Entgegen dem ursprünglich geplantenen Protokoll konnte Zapatero sich vor dem Festakt nicht mit Obama austauschen, weil der amerikanische Präsident mit einstündiger Verspätung eintraf. Nachdem er Zapatero überaus herzlich begrüßt hatte, nahm er mit seiner Frau Michelle auf der Ehrentribüne neben Zapatero Platz. In seiner Einführungsrede begrüßte Obama seinen „sehr geschätzten Freund, den Minis­terpräsidenten Zapatero“ und sandte einen speziellen Gruß an das spanische Volk, wobei er betonte, dass Spanien eines der Länder sei, das die US-Truppen in ihren Bemühungen unterstützen, Stabilität in anderen Staaten zu schaffen.

Beim wiederum herzlichen Abschied wechselte Obama erneut ein paar Worte mit Zapatero, wobei er die Hoffnung ausdrückte, die guten Beziehungen weiter zu vertiefen.




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