Drei Jahre nach dem größten Attentat in Spanien


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Am 11. März wurde ein Denkmal für die Todesopfer der Anschläge eingeweiht

Am 11. März jährten sich zum dritten Mal die Anschläge, die islamistische Fanatiker auf vier Madrider Nahverkehrszüge verübten. 191 Menschen kamen dabei ums Leben und weit über 1.500 wurden teils so schwer verletzt, dass sie bis heute noch in Behandlung sind.

Madrid – Angesichts der politischen Gespaltenheit, die Spanien derzeit durchlebt, lief dieser dritte traurige Jahrestag Gefahr, in den Hintergrund zu rücken. Nicht zuletzt dank der Tatsache, dass in diesem Jahr endlich das Denkmal für die Todesopfer eingeweiht wur- de, fand das Gedenken der schrecklichen Geschehnisse jenes Tages dennoch einen gebührenden Raum in den Medien.

Zu der offiziellen Einweihung des Denkmals in der Nähe des Madrider Atocha-Bahnhofs kamen unter anderem das spanische Königspaar, Kronprinz Felipe und seine Frau Prinzessin Letizia sowie Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero. Viel wichtiger war aber die Präsenz von über 1.000 Familienangehörigen und Betroffenen.

Elf Meter-Glaszylinder

Das Denkmal besteht aus einem elf Meter hohen Zylinder aus massiven Glasziegeln, in die die Namen der Todesopfer eingeritzt sind und in dessen Innerem die Trauerbotschaften aufbewahrt werden, die anonyme Bürger in den ersten Tagen nach den Attentaten an den verschiedenen Anschlagsorten zusammen mit Blumen und Kerzen niedergelegt hatten.

Bei dieser Gelegenheit wurde auf lange Rede verzichtet, drei Schweigeminuten zum Gedenken der Opfer sowie die Klänge des El Can dels ocells von Pau Casals konnten hierbei mehr ausdrücken als viele Worte.

Nach dem offiziellen Teil der Zeremonie wurde das Monument der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Den ganzen Tag über standen die Menschen Schlange, um einen Blick in das Innere des Glaszylinders werfen zu können.




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