Dolce & Gabbana storniert Werbeaufträge in Spanien


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Der Rückzug kam nachdem verschiedene Anzeigen heftig kritisiert wurden

Dolce & Gabbana wird sämtliche Werbeverträge, die für das Unternehmen in Spanien laufen, stornieren. Mit dieser radikalen Maßnahme bestrafen die italienischen Modedesigner Domenico Dolce und Stefano Gabbana allem Anschein nach die Tatsache, dass eine ihrer Werbeanzeigen heftige Kritik in Spanien erntete.

Madrid – Auf der Anzeige war eine am Boden liegende Frau zu sehen, umgeben von mehreren Männern in deutlicher aggressiver Pose. Verschiedene Verbraucherschutz- und Frauenorganisationen, darunter auch das spanische Instituto de la Mujer, bezeichneten die Anzeige als „sexistisch“ und „Anreiz zur Gewalt gegen Frauen“. Lautstark wurde der Rückzug der polemischen Anzeige gefordert. Dass Dolce & Gabbana jedoch gleich sämtliche Aufträge mit Spanien stornieren würde, das hatte sicher niemand erwartet. Die Designer begründen ihre Entscheidung mit dem „Klima der Zensur“, das in Spanien herrsche.

Ob Armani dem Beispiel der beiden Designer folgen wird, bleibt abzuwarten. Denn auch eine Anzeige dieses Modeschöpfers ist kürzlich heftig kritisiert worden. Auf der Anzeige stehen zwei kleine Mädchen für die Junior-Linie der Firma Modell. Die Mädchen seien geschminkt und gekleidet wie Erwachsene. Es würde so der Eindruck entstehen, dass die Anzeige zum „Sextourismus mit Kindern“ auffordere, beanstandete der Kinderverteidiger der Region Madrid, Arturo Canalda.




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