DNA von Cervantes‘ Großmutter könnte eine Identifizierung ermöglichen


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Fortschritte bei der Untersuchung der Grabstelle des Schöpfers von Don Quijote

Seitdem im Februar im Kloster der Trinitarierinnen in Madrid die Überreste eines Sargs mit den Initialen des großen spanischen Dichters Miguel de Cervantes, des geistigen Vaters des legendären Don Quijote, gefunden wurden, wird an der Identifizierung der Knochen, die mit denen sechzehn weiterer Verstorbener vermischt waren, gearbeitet.

Zunächst musste die Möglichkeit, die DNA des Skeletts mit denen von Verwandten des Schriftstellers vergleichen zu können, verworfen werden, doch das Grab der Großmutter Elvira de Cortinas in Arganda del Rey weckt erneut die Hoffnung auf eine Bestätigung der Identität durch DNA-Analysen. 

Das 36-köpfige Expertenteam unter der Leitung des Forensikers Francisco Etxeberria hält es schon nach der Auswertung aller historischen, archäologischen und anthropologischen Informationen für äußerst wahrscheinlich, dass die sterblichen Überreste von Miguel de Cervantes gefunden sind. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es jedoch ohne DNA-Nachweis nicht. 

In jedem Falle wird aus den Knochen, die Cervantes zugeordnet wurden, ein möglichst vollständiges Profil seines genetischen Erbgutes rekonstruiert werden. Da das Material schon 400 Jahre alt ist, wird man ein möglichst vollständiges Profil aus Bruchstücken der DNA zusammensetzen müssen. Das Profil wird dann, für den Fall, dass gesichertes Vergleichsmaterial von Familienmitgliedern auftaucht, archiviert. 

Die Suche nach den sterblichen Überresten von Cervantes‘ Verwandten verlief bisher wenig ermutigend. Er hatte eine Schwester, Luisa de Belén Cervantes, Oberin eines Karmeliterinnen-Klosters, die in Alcalá de Henares im „Convento de la Imagen“ beigesetzt ist. Nach Auskunft des Ordens sind ihre Knochen jedoch mit denen anderer Nonnen in einem Beinhaus vermischt und ebenfalls nicht eindeutig identifizierbar. Cervantes Tochter, Isabel de Saavedra, war Ordensschwester bei den Trinitarierinnen und ist im selben Kloster begraben, wie ihr Vater, doch bisher war es nicht möglich, herauszufinden, wo genau sich ihre letzte Ruhestätte befindet. 

Nun wurde bekannt, dass sich in der Kirche San Juan Bautista in Arganda del Rey bei Madrid das Grab von Cervantes‘ Großmutter Elvira de Cortinas und seiner Urgroßeltern mütterlicherseits befinden. Wenn sich dies bewahrheitet, kann nach Aussagen von Francisco Etxeberria aus den dort vorhandenen Knochenresten mitochondrielle DNA gewonnen werden, die zwar nicht ausreicht, um Cervantes eindeutig zu identifizieren, doch die Ermittlung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Abstammungslinie erlaubt. 




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