Direktorin der Finanzbehörde trat zurück


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Nach dem Skandal mit Steuerdaten der Infantin Cristina

Die Generaldirektorin der spanischen Finanzbehörde, Beatriz Viana, ist von ihrem Posten zurückgetreten, den sie erst vor 18 Monaten übernommen hatte.

Madrid – Obwohl Vize-Präsidentin Soraya Sáenz de Santamaría versicherte, der Rücktritt sei aus absolut persönlichen Gründen erfolgt, war der Grund völlig klar: der Skandal um die falschen Steuerdaten der Infantin Cristina. Auf Anfrage des Untersuchungsrichters José Castro hatte die Finanzbehörde eine Information an das Gericht weitergeleitet, nach der die Prinzessin in den Jahren 2005 und 2006 insgesamt 13 Immobilien verkauft haben sollte. Sämtliche Daten erwiesen sich später als Irrtum. Ein Nachfolger war übrigens schnell gefunden – Santiago Menéndez Menéndez ist der neue Generaldirektor der Finanzbehörde.

„Sie hat ihr Amt auf eigenen Wunsch aufgegeben und ist eine Person von hoher Professionalität und außerordentlicher Ehrenhaftigkeit“, sagte Finanzminister Cristóbal Montoro über Beatriz Viana, der nach der Meinung von politischen Beobachtern selbst hätte den Hut nehmen müssen. Viana wird allgemein als das viel zitierte Bauernopfer angesehen.

Der Staatssekretär im Finanzministerium, Miguel Ferre, erklärte im Zusammenhang mit den übermittelten Daten, dass diese, wenn sie an Gerichte weitergeleitet werden und von Dritten stammen, nicht überprüft werden. Im Fall der vom Untersuchungsrichter angeforderten Information habe sich die Finanzbehörde verpflichtet, diese auf Wahrhaftigkeit und Exaktheit zu überprüfen. Als sich jedoch herausgestellt hatte, dass sich keine der angegebenen Immobilien im Besitz der Prinzessin befand,  habe seine Behörde keinerlei Berichtigung nachgereicht, sondern der Untersuchungsrichter musste diese anfordern.

Beatriz Viana ist eine erfahrene Finanzinspektorin, die bereits unter Cristóbal Montoro im Ministerium gearbeitet hatte, als dieser Minister im Kabinett von José Maria Aznar war.




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