Die wichtigsten Grundgesetze der Vermögensverwaltung, Teil 5


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Neben den in der letzten Ausgabe vorgestellten Faktoren – Organisationsstruktur und Managementleistung, die Sie bei der Vermögensverwaltung beachten müssen, gibt es weitere Faktoren, die für die Beurteilung des Anlageerfolges wesentlich sind.

Berichtswesen/Reporting

Erst durch eine Bewertung aller Anlagegüter und die periodische Erstellung einer individuellen Berichterstattung ist sichergestellt, dass Sie den Überblick behalten. Zur Darstellung der jeweils aktuellen Situation Ihres Unternehmens steht Ihnen ein Rechnungswesen zur Verfügung: Hier werden alle Transaktionen verbucht und für die entsprechenden Anforderungen der Informationsempfänger (zum Beispiel Firmeninhaber, Wirtschaftsprüfer, Finanzbehörden) aufbereitet. Auch für die vernünftige Vermögenssteuerung sind diese laufenden Informationen über Stand und Entwicklung Ihres Vermögens nicht verzichtbar. Mindestens einmal im Jahr sollten Sie eine zeitnahe Erfassung und konsolidierte Aufbereitung aller Vermögensteile aufstellen. Um zu einer tragfähigen Entscheidungsgrundlage zu kommen, sollte der strategische Ansatz im Vordergrund stehen – schließlich gilt für zu viele Informationen, was auch für viele Kö­che gilt: Sie verderben den Brei.

Kostenstruktur

Kennen Sie strukturierte Produkte? Strukturierte Produkte weisen meist keine Gebühren aus, aber gratis sind sie mitnichten. Die anfallenden Kosten werden im Hintergrund mit der Rendite verrechnet. Man schätzt, dass sie sich zwischen 2 und 4 Prozent bewegen. Das geht ins Geld, wenn Sie Vermögensverwaltungsgebühren, Management-Fees, Ticket-Fees, Courtagen, Ausgabeaufschläge, Depotgebühren und versteckte Produktgebühren bezahlen. Ein Beispiel: Zwei Anleger inves­tieren heute je 250.000 Euro. Beide rechnen mit einer Bruttorendite von durchschnittlich 7 Prozent pro Jahr. Beim ers­ten fallen Gesamtkosten in Höhe von 2 Prozent an. Der zweite ist kostenbewusster und hat den Vermögensverwalter beauftragt, die Kosten auf 1 Prozent zu begrenzen. Bereits nach zehn Jahren ist der kostenbewusste Sparer um 43.000 Euro reicher. Die teuerste Lösung dürfte allerdings sein, zu versuchen, alles selbst zu machen. Sagte doch bereits der englische Sozialreformer John Ruskin (1818–1900): „Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen, und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“ Man sollte den Gebühren also die richtige Bedeutung zumessen, denn einen schwachen Anlageerfolg gleichen niedrige Gebühren keinesfalls aus. Wäh­len Sie bei der Kapitalanlage nie die billige, sondern die preiswerte Lösung. Aber transferieren Sie das Vermögen immer dorthin, wo transparent gearbeitet wird.

Vertragswerk

Das Vertragswerk sollte auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sein. Werden Sie durch den Vertrag in eine Kategorie eingestuft, wie zum Beispiel konservativ, wachstumsorientiert oder gar spekulativ, bestehen Sie auf für Sie zutreffende individuelle Anlagerichtlinien. Kontrollieren Sie, ob Mindestanforderungen an die Anlagen oder die Anlageprodukte im Vertrag definiert sind. Die transparente Kostenstruktur muss im Vertrag deutlich formuliert sein. Und nicht zuletzt: Bestehen Sie zumindest bei Vermögensverwaltungsverträgen auf einer täglichen Kündigungsfrist.

Controlling

Ein Unternehmen beschäftigt hierfür eine Controllingabteilung, die finanzwirtschaftliche Aspekte analysiert. Im Produktionsbereich finden regelmäßig Qualitätskontrollen der Erzeugnisse statt. Diese Aufteilung hat einen guten Grund: Den operativen Einheiten fehlt für die sachgemäße Beurteilung und Kom­­­­munikation der Ergebnisse die notwendige Neutralität. Auch Sie kommen nicht ohne diese Überwachungsaktivität aus. Neben der Einhaltung der definierten Ziele sind eventuelle Veränderungen in Ihren persönlichen Gegebenheiten oder strukturelle Neuentwicklung an den Anlagemärkten bezüglich ihrer Auswirkung zu bewerten. Mindestens einmal im Jahr müssen Sie nach einer intensiven Vorbereitung mit jedem Partner ein Gespräch führen.

Mehr Informationen?   

Haben Sie Interesse?

– Sie können bei Herrn Robert Burlon unter der Telefon-Nummer 922-57 54 96 Näheres erfahren.




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