Die wachsende grüne Welle nutzen


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Offizielle Vorstellung der spanischen Umweltschutzpartei Equo

Am 26. Januar stellte die spanische Umweltschutzbewegung offiziell die Partei vor, mit der sie bei den nächsten Parlamentswahlen über 10% erreichen möchte.

Madrid – Equo heißt das politische Projekt, dessen Ziehvater Juan López de Uralde ist. Der langjährige ehemalige Vorsitzende von Greenpeace España ist weltweit zumindest in Kreisen des aktiven Umweltschutzes ein Begriff, nicht zuletzt seit es ihm gelang, sich im Dezember 2009 beim Klimagipfel in Kopenhagen zusammen mit anderen Umweltschutzaktivisten beim Galadinner der versammelten Regierungschefs einzuschmuggeln und ein Transparent mit der Aufschrift „Die Politiker reden – die Führer handeln“ zu entrollen (Das Wochenblatt berichtete wiederholt). 21 Tage saßen er und seine Mitstreiter danach in Untersuchungshaft, bevor sie nicht zuletzt aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit wieder auf freien Fuß gesetzt wurden.

Acht Monate später kündigte de Uralde an, zusammen mit den Führungskräften anderer wichtiger spanischer Umweltschutzbewegungen den Sprung in die Politik zu wagen, um „der wachsenden grünen Welle“ in Spanien eine Stimme zu verleihen, nachdem die regierenden Sozialisten Umweltthemen kaum noch zur Sprache bringen.

Prominente Paten bei der „Taufe“ von Equo am 26. Januar in Madrid waren die Führer der Grünen im Europäischen Parlament, Mónica Frassoni und Daniel Cohn-Bendit. Cohn-Bendit erklärte in diesem Zusammenhang, Equo sei von großer Wichtigkeit, da die spanischen Linken, inklusive die regierenden Sozialisten „keine Ahnung von der Umweltkrise“ haben. Als Beispiel nannte er Regierungschef José Luís Rodríguez Zapatero, der zwar wichtige Reformen in Spanien durchgesetzt habe, dabei auch im Bereich Soziales Gutes bewegt hätte, auf wirtschaftlicher und ökologischer Ebene jedoch durchgefallen sei.

Juristisch gesehen ist Equo bislang nur eine Stiftung, die allerdings bei den Parlamentswahlen im Jahr 2012 als politische Partei antreten und „fünf Antworten auf die fünf Krisen der heutigen Zeit“ bieten will: Wirtschaft, Klima, Energie, Umwelt, Politik und Globalisierung. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der ehemaligen IU-Politikerin Reyes Montiel und Alejandro Sánchez, der 20 Jahre lang die spanische Vorgelschutzorganisation SEO/ Birdlife leitete.




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