Die Urlauberzahlen fallen auf das Niveau von 2004 zurück


Die Rezession in England und Deutschland macht dem Sektor zu schaffen

Niemals zuvor, seit darüber Statistiken existieren, ist die Zahl der Besucher aus dem Ausland in den ersten fünf Monaten des Jahres, gemessen an den Werten des Vorjahres so stark zurückgegangen wie in diesem Jahr.

Madrid – Nach den Umfragen von Frontur, die kürzlich vom zuständigen Ministerium veröffentlicht wurde, betrug der Rückgang sage und schreibe 11,8%.

18,3 Millionen Personen besuchten Spanien im besagten Zeitraum, rund zwei Millionen weniger als 2008. Man muss schon auf das Jahr 2004 zurückgehen, um eine ähnliche Besucherzahl zu finden. Der wirkliche Absturz erfolgte im Mai mit einem Rückgang von 11,7%. Noch höher lag der März mit 21%. Doch da ist der Vergleich schwierig, weil Os­tern 2008 in den März fiel und 2009 in den April.

Die wichtigsten Herkunftsländer der Spanientouristen haben Spanien die größten Rückgänge beschert, weil sie selbst unter starker Rezession leiden. Der Tourismus aus England ging von Januar bis Mai um 17,8% gleich  4,6 Millionen Besucher zurück. Aus Deutschland kamen 11,2% oder 3,6 Millionen weniger und aus Frankreich 8,9% oder 2,6 Millionen.

„Diese Daten bestätigen die schlechte Saison, sind jedoch nicht ganz so schlimm“, erklärte de Präsident der Föderation der Reiseagenturen, José Manuel Maciñeras. „Wenn man bedenkt, wie schwierig die Situation in den Herkunftsländern unserer Urlaubsgäste ist, insbesondere in England, wo durch die Entwertung der Währung die Kaufkraft erheblich gesunken ist. So betrachtet ist es erstaunlich, dass nur 18% ausgeblieben sind und nicht 90%“.

Die verschiedenen Urlaubsregionen Spaniens haben die Krise auf unterschiedliche Weise zu spüren bekommen. Am schlimmsten hat es Valencia mit 19% Besucherrückgang getroffen. Auf den Kanarischen Inseln lag dieser bei 14,5%, gefolgt von Andalusien mit 12,2%. In Katalonien liegt das Hauptgewicht auf Urlaubern aus Frankreich, hier blieben 11,8% aus. Die Balearen verloren 8,5%. Lediglich Ma­drid hat eine Zuwachsrate zu verzeichnen, sie lag bei 0,3% gegenüber dem Vorjahr.

Auch für die Sommersaison wird mit negativen Zahlen gerechnet. Um Schlimmeres zu vermeiden, sollen Produktivität und Qualität verbessert werden. „Der Tourismus, der 11% des Bruttosozial-Produktes darstellt, leidet längst nicht so schwer unter der Krise, wie beispielsweise die Autoindustrie“, gab Maciñeras zu bedenken.




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