Die Ungerechtigkeit auf dieser Welt!


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Kolumne von Vermögensverwalter Ulrich Seemann

Liebe Leserinnen und Leser, die Welt ist ja so ungerecht, nicht wahr? Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Da steigen die Vermögenswerte derer, die schon etwas angesammelt haben und der Rest guckt in die Röhre?

Und außerdem sind Geldanlagen – vor allem Aktien –  ja etwas Gefährliches, bei dem man sich nur die Finger verbrennen kann. Mit negativen Entwicklungen hat man schließlich auch so seine Erfahrungen gemacht. Die Berater bei den Banken haben mit genügend Fehleinschätzungen geglänzt, was auch Geld kostete. Und in höherem Alter braucht man die Aufregung wegen der Kapitalmärkte sowieso nicht mehr. Außerdem: Es wird vor einem „Crash“, d.h. einem Zusammenbruch der Aktienmärkte, immer wieder gewarnt – Gefahr ist also in Verzug.

Habe ich alles so richtig skizziert? Ist es das, was Sie denken? Na, dann könnte ich meine Kolumne jetzt auch einstellen, oder? 

Ich möchte Ihnen gerne verraten, warum ich (noch) weiter schreibe. Es macht mir einen Riesenspaß, die Kapitalmärkte zu kommentieren und all den Unsinn über Geldanlagen und Ängste zu entlarven.

Bisher habe ich stets versucht, Ihnen eine natürliche Sichtweise und Einschätzung auf die Kapitalmärkte zu vermitteln, insbesondere zu der meiner Meinung nach spannendsten und interessantesten aller Geldanlagen, den Aktien. Ich meine auch, bisher sehr richtig mit meinen Einschätzungen zu liegen.

Wer sein Kapital klug (= breit gestreut), schrittweise und sorgsam in die Kapitalmärkte investierte, dabei auf den Erwerb von Qualitätsaktien achtete, konnte in den vergangenen Jahren nichts falsch machen. 

Auch dieses Jahr gab es prächtige Gelegenheiten, allen Unkenrufen wegen eines schwachen Euro, Staatskrisen, Ukrainekrise und Griechenlandkrise zum Trotz. Auch die scheinbar schwindelerregende Höhe des DAX (Aktien sind zu teuer, um gekauft zu werden?)  und anderer Indices am Jahresanfang straften alle Nichtanleger Lügen. 

Der DAX stand am 01.Januar 2015 bei 9.764 Punkten und  – während ich diese Kolumne schreibe – bei 11.104 Punkten. Zwischenzeitlich hatten wir sogar einen neuen Höchststand bei 12.374 Punkten erreicht. Ich darf in Erinnerung rufen, dass ich in meinen Kolumnen zu Jahresanfang dringend dazu aufgerufen habe, das Geld in gute Aktien zu investieren. Rechnen Sie nun selbst nach, was Ihr zögerliches Verhalten gekostet hat, weil Sie meiner Aufforderung vom Jahresanfang vielleicht nicht folgten. Ich wette, aus den (entgangenen) Kursgewinnen wäre manche schöne Anschaffung möglich gewesen.

Ja, Aktienkurse schwanken. Das tun sie auch dieses Jahr und in Zukunft, wie man an dem Höchstkurs sehen konnte. Trotzdem haben alle, die auf mich hörten, fette Gewinne gemacht. Und wer meinen Rat befolgte, dividendenstarke Titel zu kaufen, hat neben den Kursgewinnen auch noch eine Dividende von häufig mehr als 4 % erzielt.

Wie geht es nun weiter?

Vor allem die Griechenlandkrise dominiert derzeit die Aktienmärkte, wie zuvor auch die Ukrainekrise, die Eurokrise und alle anderen Krisen auf dieser Welt.  Was machen Sie denn nun? Etwa Aktien kaufen, weil es grade billiger wurde?  

 Ja – das sollten Sie vielleicht schon tun! Endlich! Zumindest in Schritten damit anfangen!

Warum? Weil die Griechenlandsituation zwar für die Griechen selbst dramatisch ist, aber nicht für die europäische Wirtschaftsunion. Auch für den Fall, dass die Griechen pleitegehen und die Europäer Geld verlieren. Das ist meine persönliche Meinung dazu.

Sollten deswegen  die Aktienkurse noch etwas weiter sinken, bitte nicht nervös werden,  aussitzen, sich nicht beirren lassen und mit noch vorhandener Liquidität günstig nachkaufen. Tun sie genau das, was Sie bisher taten, nur eben genau umgekehrt! 

Aktien kauft man idealerweise, wenn die Nachrichten schlecht sind, die Kurse billiger wurden, die Wirtschaftsdaten aber positiv sind. 

Hat Letzteres schon mal jemand bemerkt, trotz all der schlechten Nachrichten??? 

Gehören Sie doch auch zu denen, die immer reicher werden! Lassen Sie Ihre Vermögenswerte wachsen. Man braucht dazu Mut, Zuversicht und fachliche Kompetenz. 

Mich hat übrigens sehr gefreut, dass meine Hausbank, die V-Bank in München, vom Magazin „Private Banker“ als beste deutsche Depotbank 2015 ausgezeichnet wurde. 

Neben meinen Erfolgen mit Aktien (s.o.) wurden die von mir ausgewählten Fonds für meine Kunden als Top-Performer der letzten Jahren bewertet. Das zeichnet meine Unabhängigkeit von Vertriebsinteressen Dritter aus und bestätigt mein Geschäftsmodell als unabhängiger Vermögensverwalter. 

Ich wünsche jedenfalls gutes Gelingen – bis demnächst.




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