„Die spanischen Banken haben den Stresstest glänzend bestanden“


Luis Linde, Gouverneur der Bank von Spanien:

Die spanischen Banken haben das große Examen des europäischen Finanzsystems nach Jahren der Sanierung und der Finanzspritze von 40 Milliarden Euro, die einige von ihnen vor einem Jahr erhalten haben, bestens bestanden.

Madrid – „Die Reformen und die Umstrukturierung des Bankensystems, die in den vergangenen zwei Jahren durchgeführt worden sind, haben ihre Früchte getragen. Die Kreditinstitute sehen der Zukunft mit sanierten Bilanzen solvent und effizient entgegen“, freute sich Luis Linde, der Gouverneur der Bank von Spanien, als er die Ergebnisse des sogenannten Stresstests der Europäischen Zentralbank vorstellte.

Allerdings wollte Linde nicht verschweigen, dass noch Aufgaben anstehen, die nicht zu verachten sind, wie die neuen makro-ökonomischen Regularien, die großen Einfluss auf die Rentabilität haben werden. „Die Resultate dieses Tests sind auf lange Sicht keine Garantie“, musste er einräumen.

Kutxabank erhielt die beste Note der spanischen Banken, gefolgt von Bankinter und Bankia. Letztere hatte bekanntlich öffentliche Hilfe in Milliardenhöhe erhalten. La Caixa liegt auf dem vierten Platz, gefolgt von BBVA und Santander.

Wenn der Markt und die Analysten diesen Daten Glauben schenken und keine unerwarteten Ereignisse eintreten, wie 2010 und 2011 geschehen, können die spanischen Banken ihr Stigma endlich verlieren, hofft der Bankpräsident. Spanien werde Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, der Anfang November die Oberaufsicht über die 130 überprüften europäischen Banken übernahm, keine weiteren Kopfschmerzen bereiten. „Jetzt liegen die Probleme mehr an der Peripherie – in Griechenland, Zypern und vor allem in Italien“.




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