Die Rentenreform ist beschlossene Sache


Neue Berechnung der Rentenhöhe

Lange hatte sich die Regierung gegen die unpopuläre Maßnahme gewehrt, doch angesichts der unhaltbaren Situation des Rentensystems blieb dem Kabinett von Mariano Rajoy nun keine Wahl – Mitte September beschloss der Ministerrat die Rentenreform. Damit wurde gleichzeitig wieder ein Wahlversprechen gebrochen.

Madrid – Bislang wurden die Renten einmal im Jahr um zwei Prozent angehoben. Fiel die Inflation im November des folgenden Jahres höher aus, wurde den Rentnern der Ausgleich gezahlt. 2011 beschlos der ehemalige Präsident José Luis Rodríguez Zapatero, die Renten einzufrieren, Rajoy beschränkte die Erhöhung im vergangenen Jahr auf ein Prozent und schaffte den Ausgleich ab.

Mit der jahrelangen Anpassung der Renten an den Lebenhaltungskosten-Index ist nun Schluss. Stattdessen wird ab dem kommenden Jahr, wie von der Europäischen Union schon seit geraumer Zeit gefordert, die Höhe der Renten an die tatsächliche Finanzlage  gekoppelt. Sprich: fließt viel Geld aus Sozialversicherungsbeiträgen in die Rentenkasse, werden die Pensionen um den Verbraucherpreisindex (Índice de Precios al Consumo, IPC) plus 0,25% angehoben; sind die Einnahmen gering, wird die Rente nur um einen Minimalsatz von 0,25% aufgestockt.

Alles weist darauf hin, dass in den kommenden Jahren nur der Minimalsatz angewendet wird. Denn selbst die Regierung geht davon aus, dass bis 2018 die Arbeitslosenquote nicht unter die 25-Prozent-Marke fallen wird. Gleichzeitig kann von einem steigenden Anteil der Rentner unter der Bevölkerung ausgegangen werden. Unterm Strich bedeutet dies, dass die eher geringe spanische Rente – im Schnitt 982 Euro monatlich – in den kommenden Jahren praktisch nicht angehoben und die Kaufkraft der Pensionäre bedeutend abnehmen wird.

Ab 2019 sollen dann zusätzlich auch das Rentenalter, die Summe der Beitragsjahre und die Lebenserwartung zur Berechnung der Rentenhöhe hinzugezogen werden.

Insgesamt erwartet die Regierung, mit der Rentenreform zwischen 2014 und 2022 fast 33 Milliarden Euro einzusparen.




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