Die Hammer-Skins wollten das IV. Reich etablieren


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15 spanische Neo-Nazis stehen in Madrid vor Gericht

Einer der Beamten der Guardia Civil, der an den Untersuchungen und der Verhaftung von 15 Neo-Nazis beteiligt war, die angeklagt sind, der Extremistengruppe Hammerskin España anzugehören, hat jetzt ausgesagt, die Gruppe wollte in Spanien das IV. Reich etablieren.

Madrid – Gegen die 15 Angeklagten wird jetzt vor dem Provinzialgericht in Ma­­drid verhandelt.

Verschiedene Polizeibeamte, die als Sachverständige in dem Verfahren vernommen wurden, haben bestätigt, diese Pläne aus mitgeschnittenen Telefongesprächen entnommen zu haben.

Die Veranstaltung von Konzerten, Veröffentlichung nationalsozialistischen Gedankengutes ähnlich dem das Adolf Hitler im Dritten Reich verbreitete und die darauf erfolgten Verhaftungen lassen den Verdacht zu, dass die Organisation Hammerskin España tatsächlich existiert.

„Diesen endlos langen Konversationen konnten wir entnehmen, dass es sich um eine Organisation handelt“, erklärte der Beamte, der die Untersuchungen der Aktion Puñal (Dolch) leitete. Monatelang hatte die Guardia Civil die Angeklagten aufgrund der Daten beschattet, die ihnen der Autor des Buches „Tagesbuch eines Skins“ praktisch an die Hand gegeben hatte.

Die Gruppe wurde in den Provinzen Madrid, Barcelona, Valencia und Guadalajara enttarnt, als zahlreiche rassistisch motivierte Anschläge vor allem an der Universität Complutense in  Madrid sowie in anderen Ortschaften nahe der Hauptstadt verübt wurden.

Es war eine absolut geschlossene und uneindringliche Organisation, welche die Vorherrschaft der weißen Rasse predigte, die Gewalt, Hass gegen Homosexuelle, Juden und andere Kollektive.

Sie wollten in Spanien das Vierte Reich begründen, bestätigte der Leiter der Untersuchungs­­kommission. Bei der Durchsuchung der Wohnungen der Angeklagten fanden die Sicherheitskräfte amerikanische Dolche, Messer, Beile, Baseballschläger, Luftdruck- und Schreckschusspistolen, Sprays und Gesichtsmasken. Auch große Mengen an Propagandamaterial mit Nazisymbolen, Hakenkreuzfahnen, antisemitische Schriften und Videos die Hitler und Mussolini verherrlichen. Der Staatsanwalt hat Gefängnisstrafen zwischen drei und sechs Jahren beantragt. Die höchste Strafe gegen „Chapé“ den mutmaßlichen Anführer der rechtswidrigen Organisation.




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