Die Gebeine des ermordeten Dichters dürfen in der Grabstätte verbleiben


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Das Massengrab aus dem Bürgerkrieg zum Friedhof erklärt

Sechs mögliche Standorte haben die Geophysiker im andalusischen Parque Federico García Lorca in Alfacar (Gra­nada) für das Grab ausgemacht, in dem der berühmte spanische Dichter mit weiteren Opfern des spanischen Bürgerkriegs verscharrt worden sein könnte.

Granada – Bekanntlich hat sich die Familie von García Lorca stets gegen Exhumierungspläne gewehrt, während die Angehörigen anderer Bürgerkriegsopfer ihre Toten gern würdig bestattet sehen wollen (das Wochenblatt berichtete in der Ausgabe vom 21.10.09).

Nun hat die Familie des Dichters zumindest erreicht, dass das Gebiet als Begräbnisstätte anerkannt wird, so dass die Toten auch dort verbleiben können, wenn dies gewünscht wird. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass dies nun ein geweihter Platz sein wird“, so die Nichte des Dichters, Laura García Lorca. Die Familie hatte sich von Anfang an vehement gegen sämtliche Exhumierungspläne gewehrt, weil sie die Toten nicht in ihrer letzten Ruhe stören wollten und außerdem anführten, dass in den Massengräbern auch Tote bestattet seien, deren Familien nicht mehr auffindbar sein könnten. So forderten sie gleiche Behandlung für alle dort beerdigten Opfer des Bürgerkriegs, konnten sich jedoch nicht gegen die Forderung anderer Familien durchsetzen, die ihre Toten im Einzelgrab bestatten wollen.

Die Ausgrabungs- und Exhumierungsarbeiten werden in kürzester Zeit beginnen. Wie es heißt, sollen derzeit nur die Stierkämpfer Francisco Galadí und Joaquín Arcollas, der Steuerinspektor Fermín Rol­dán und der Restaurator Miguel Cobo durch DNS-Vergleich mit ihren Familienangehörigen identifiziert werden. Die Gebeine der anderen Toten werden zwar individuell zugeordnet, dürfen jedoch dort verbleiben, wo sie einst beerdigt wurden.




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