Die EU-Kommission analysiert die spanische Wirtschaftlage


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Brüssel sieht Fortschritte und fordert weitere Maßnahmen bei Arbeit und Finanzen

In ihrem Bericht „Spanien 2016“, der Ende Februar vorgestellt wurde, analysiert die Europäische Kommission die wirtschaftliche Situation des Landes.

Nach Einschätzung der Kommission hat Spanien in den letzten Jahren durch Strukturreformen einen deutlichen Rich- tungswechsel eingeleitet. Die Erholung der Wirtschaft habe sich im vergangenen Jahr mit einem Wachstum von 3,2% stabilisiert, welches vor allem durch die gestiegene Nachfrage der privaten Haushalte, besseren Zugang zu Krediten, wachsendes Vertrauen der wirtschaftlichen Akteure und das Absinken des Ölpreises zustande gekommen sei. Die Analysten erwarten für die kommenden Jahre ein weiteres Wachstum, obwohl sie auch Risiken ausmachen, die einen Rückgang verursachen könnten. Die Herausforderung der kommenden Jahre sei, die aktuelle Wachstumstendenz in der spanischen Wirtschaft zu erhalten. 

Was den Arbeitsmarkt angeht, so konstatiert der Bericht einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um über drei Prozent und führt dies auf Lohnzurückhaltung und Gesetze zur Flexibilisierung der Arbeit zurück. Die Arbeitslosenrate Spaniens, besonders unter den Jugendlichen und den Langzeitarbeitslosen, sei jedoch immer noch eine der höchsten Europas, und die Indikatoren von Armut und sozialer Ausgrenzung blieben, trotz der Steigerung des Arbeitsplatzangebots, hoch. Um diesbezüglich weitere Verbesserungen zu erzielen, wird eine landesweite Vereinheitlichung des Mindestlohns empfohlen und die Förderung der Teilhabe am Arbeitsmarkt und der Mobilität der Arbeitskräfte. 

Der Bericht weist darauf hin, dass die sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich noch immer hohe Verschuldung der spanischen Wirtschaft das Land anfällig mache für „Veränderungen des Empfindens der Märkte in ihrer Wahrnehmung Spaniens“. 

Was die öffentliche Verschuldung betrifft, geht man davon aus, dass sie für das Jahr 2015 um 100% des Bruttoinlandsproduktes liegt, in 2016 ihren Höhepunkt erreichen und ab dem Jahr 2017 wieder abnehmen wird. Insgesamt werden die in 2015 erreichten Fortschritte bei der Umsetzung der Empfehlungen der EU-Kommission positiv bewertet. Insbesondere die Reform der Sparkassen und die Änderung der Insolvenzgesetzgebung bedeute eine „Verbesserung der Qualität der Bankenaktiva“. 




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