Deutsche Nebenwerte


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Marktfocus von Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer der SJB FondsSkyline OHG 1989

Die „Deutsche Angst“ vor Krisen war einmal. Im Industriesektor steigt das Produktionsniveau 2011 rund 12,0 Prozent und hat wieder Vorkrisenniveau.

Dank der Kurzarbeit blieb die Beschäftigung flexibel. Gleichzeitig blieben Lohnsteigerungen branchenübergreifend moderat zwischen 1,5 Prozent und 3,5 Prozent. Deutschlands Mittelstand strotzt vor Kraft. Laut „Creditreform“ ist die Eigenkapitalquote kleiner und mittlerer Unternehmen auf 35,6 Prozent gestiegen. Von den Börsenturbulenzen der letzten Monate ist aber auch der solide Mittelstand betroffen. Per 31. August 2011 lag der SDax bei 4.555,97 Punkten. Das sind 1.077,73 Punkte weniger als das Jahreshoch vom Juli 2011. Die rasante Talfahrt des 50 Titel umfassenden Aktienindex deutscher Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 92,8 und 1.637,8 Millionen Euro fand innerhalb von gerade vier Wochen statt. Das antizyklische Ergebnis: Sehr viele Titel sind nach den teilweise irrationalen Kurseinbrü-chen im August 2011 unterbewertet. Rund 20 Aktien des Nebenwerte-Index haben ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10 oder weniger. Für den deutschen Gesamtmarkt rechnen Analysten im Jahresdurchschnitt 2011 mit einem KGV von 10,7x. Bei Investitionen in Nebenwerte kommt es auf die Fundamentaldaten an. Für Investoren und Fonds-Manager ist der September ein guter Zeitpunkt für die Bestandsaufnahme. Die Berichtssaison zum zweiten Quartal 2011 ist so gut wie vorbei. In der Analyse zeigen sich die deutschen Nebenwerte robust. Trotz der Kursverluste hat der SDax per 31. August 2011 über ein Jahr +10,75 Prozent an Wert gewonnen. Der Dax-30 gab im gleichen Zeitraum -2,37 Prozent ab. Langfristig fällt der Unterschied noch deutlicher aus. Über zehn Jahre legte der MSCI Germany Small Cap +92,99 Prozent an Wert zu. Der MSCI Germany kommt im gleichen Zeitraum auf +11,76 Prozent. Dabei liegt die Volatilität von 24,34 bzw. 23,67 Prozent auf ähnlichem Niveau. Qualität, Effizienz, hohe Funktionalität und Spezialisierung sind positive Merkmale deutscher Nebenwerte, die sich in Kurszuwächsen niederschlagen. Maßgeblich für die weiteren Aussichten deutscher Nebenwerte sind die Entwicklung bei Exporten und Investitionsgütern. Zwar ist der ifo-Geschäftsklima­index im August auf 108,7 Punkte abgekühlt. Das verarbeitende Gewerbe hat mit einem Saldo von 15,7 Punkten aber die günstigste Relation zwischen Geschäftslage und Geschäftserwartung. Weitere Indikatoren: Im 2. Quartal 2011 haben die Investitionen im Maschinenbau rund +7,10 Prozent und die Exporte +9,70 Prozent zugenommen, während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahresvergleich rund +2,96 Prozent zugelegt hat.

SJB Fazit: Klasse und Masse. Beides spricht für deutsche Nebenwerte. Das Rückgrat der deutschen Industrie beweist in der Krise seine fundamentalen Stärken. Deutsche Nebenwerte: Ein antizyklisch substanzielles Investment.

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