Deutsche fordern Zugang zu ihren Immobilien auf Mallorca

Cala Figuera auf Mallorca Foto: PIxabay

Cala Figuera auf Mallorca Foto: PIxabay

Bei der Balearenregierung sind rund zweihundert Briefe eingegangen

Madrid – Deutsche Investoren haben rund 200 Briefe ähnlichen Inhalts an die balearische Regionalregierung geschickt, in welchen sie sofortigen Zugang zu den Zweitwohnungen fordern, die sie auf Mallorca und den anderen Baleareninseln ihr Eigen nennen. Die Absender befürchten, dass die Zugangsbeschränkungen auch über die Beendigung des Alarmzustandes hinaus bestehen bleiben. Sie sehen darin eine Verletzung des Rechtes auf Eigentum und drohen damit, sich andere Investitionsmöglichkeiten zu suchen. Deutsche Immobilienunternehmer, Eigentümer von Villen und Vermieter von Fincas drängen darauf, die Balearenregierung möge bewirken, dass sie, unmittelbar, nachdem der Alarmzustand beendet ist, wieder zu ihren Häusern reisen können.
Doch die Balearenpräsidentin Francina Armengol erklärte nach einer Videokonferenz der Regionalpräsidenten mit dem spanischen Präsidenten Pedro Sánchez, sie habe gefordert, die Häfen und Flughäfen der Inseln so lange wie möglich geschlossen zu halten, um die gesundheitliche Situation des Archipels zu sichern. Zurzeit sind die internationalen Flüge von und zu den Inseln maximal eingeschränkt. Es gibt nur sehr wenige Flüge nach Deutschland.
In einigen der Briefe warnen die deutschen Unternehmer: „Touristen kommen und gehen, zweifelsohne kann man ein Jahr lang auf sie verzichten, denn sie werden wiederkommen. Wenn man dagegen die Investoren vertreibt, kommen diese nicht so schnell zurück.” Sie erinnern an ihren Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Immobilien- und Freizeitsektor. Man habe Mallorca für Investitionen ausgewählt, weil es sichere Bedingungen biete, jedoch kämen nach der Erklärung des Alarmzustandes erhebliche Zweifel am Rechtsstaat und seinen autonomen Regionen auf. Sie fordern ein baldiges Ende des Alarmzustandes und die Öffnung von Läden, Restaurants, Golfplätzen und Sporthäfen.
In den Briefen werden die Pandemie-Maßnahmen der spanischen Regierung kritisiert und behauptet, Deutschland habe wesentlich bessere Ergebnisse erzielt, ohne so drastische Maßnahmen zu verhängen. Man verstehe nicht, dass bei einem sprunghaften Rückgang der Pandemie, insbesondere auf den Balearen, darüber nachgedacht werde, den Alarmzustand zu verlängern, mit unverhältnismäßigen wirtschaftlichen und psychologischen Folgen für die Ertragslage. Man erzeuge so einen irreparablen Schaden.
Die Regionalregierung beantwortet alle diese Briefe und erinnert die Schreiber daran, dass ganz Europa gezwungen sei, drastische Maßnahmen zu ergreifen, die Grundrechte wie die Bewegungsfreiheit einschränken und den Bürgern große persönliche Opfer auferlegen. Man habe dafür gesorgt, die Flug- und Fährverbindungen aufrechtzuerhalten, welche die autorisierte Reisetätigkeit gewährleisten, deshalb könnten jene deutschen Bürger, die ihren Erstwohnsitz auf den Balearen haben, problemlos zurückkehren. Weitere Lockerungen müssten auf eine Weise erfolgen, die eine Ausbreitung des Virus vermeide.
18.000 Deutsche haben ihren Hauptwohnsitz auf den Balearen.

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