Der trockene Winter gefährdet die Landwirtschaft


Während im vorigen Winter die Wasserreserven aufgestockt wurden, regnete es im gerade zu Ende gegangenen Winter viel zu wenig. Foto: EFE

Der Februar war der trockenste Monat des Jahrzehnts

Madrid – Vor einem Jahr hätte man sich kaum vorstellen können, dass die Landwirte um die Ernteerträge bangen, denn 2018 startete mit viel Regen. Die Wasserbecken waren gut gefüllt, die Ernten von Getreide, Oliven und Wein ertragreich. Doch der letzte Winter zeichnete sich durch mangelnden Regen und ungewöhnlich hohe Temperaturen aus, die dazu geführt haben, dass viele Kulturen bereits den Blütestand erreicht haben. Zu früh, denn in den kommenden zwei Monaten ist noch mit Kälte zu rechnen.

In diesem gerade zu Ende gegangenen Winter sind nur 98 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, nur die Hälfte des vorigen Winters. Der Februar war der trockenste Monat des Jahrzehnts. Die anhaltende Trockenheit bedroht insbesondere das Wintergetreide, das auf sechs Millionen Hektar angebaut wird. Besonders beunruhigend ist die Lage im Süden und in der Mitte von Kastilien-León – Segovia, Ávila, Salamanca und die Region Tierra de Campos –, sowie in Andalusien und Extremadura. Dort sind Einbußen nicht mehr zu vermeiden.

Auch die Viehwirtschaft leidet. Die Trockenheit hat sich bereits auf die Weiden im Landesinneren und Gebieten in Extremadura und Andalusien ausgewirkt.

Der Oliven- und der Weinanbau sind ebenfalls gefährdet.

Die einzige gute Nachricht ist, dass dank der reichen Regenfälle des vergangenen Jahres die Wasserbecken noch zu 59% gefüllt sind, womit 900.000 Hektar Getreide, 820.000 Hektar Olivenbäume und 390.000 Hektar Reben bewässert werden können. Doch das kostet Geld. Angesichts der Unsicherheit über den weiteren Verlauf scheuen sich noch die meisten Bauern, diese zusätzlichen Produktionskosten auf sich zu nehmen.

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