Der Reichtum wächst


Foto: EFE

Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander

Madrid – Trotz anhaltend hoher Arbeitslosigkeit und Armut weiter Kreise der Bevölkerung, ist der Anteil der Reichen im Jahr 2015 in keinem europäischem Land so stark gestiegen wie in Spanien. Laut dem XX. Bericht über den Reichtum weltweit, erstellt von dem Beratungsunternehmen Capgeminini, stieg die Zahl der Personen mit einem Vermögen (umsetzbare Werte, ausgenommen der Wohnsitz) von über einer Million Dollar (885.000 Euro) in Spanien um 8,4% auf 193.000. Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 ist die Zahl der spanischen Millionäre um 50% gestiegen.

Im vergangenen Jahr belief sich das Wirtschaftswachstum auf 3,2%, obwohl sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärfte. Etwa 15.000 Spaniern gelang die Aufnahme in den exklusiven Club der Millionäre, der um einen europäischen Spitzenwert von 8,4% anwuchs. Beispielsweise in Deutschland wuchs die Zahl der Millionäre „nur“ um 5,6% an, allerdings auf die enorme Zahl von 1.199.000.

Seit Beginn der Rezession ist die Zahl der spanischen Dollar-Millionäre m 50% angewachsen. Offensichtlich hat sich die Schere zwischen Arm und Reich während der Krise weiter geöffnet. Insbesondere die dramatische Lage auf dem Arbeitsmarkt hat zur wachsenden Ungleichheit beigetragen. Der Anteil der Reichen unter der spanischen Bevölkerung hat sich im vergangenen Jahr von 0,28% auf 0,41% fast verdoppelt.

Global betrachtet bringt der Bericht zutage, dass die Zahl der Millionäre weltweit im Jahr 2015 um 4% zugenommen hat. Besonders im asiatischen Raum nimmt der Reichtum zu. In China wuchs die Zahl der Millionäre um sagenhafte 16% auf 1.034.000 an.

Die Wirtschaftskrise hat gemäß den Daten des Berichtes den Millionären nichts anhaben können, die vielmehr die in der Rezession florierenden Gelegenheiten für sich zu nutzen wussten. Mit dem Aufschwung gehörten sie zu den Ersten, welche die gesäten Früchte ernten konnten.




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