Der Markt wird es nicht richten


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Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Halleluja! Es scheint, als ob wir alle Probleme hinter uns haben. Der Dow-Jones-Index stieg am 1. Februar über 14.000 und der DAX notierte bei 7.833 Punkten. Für den Dow war es der höchste Schlussstand seit 2007 und der DAX war nur noch 300 Punkte von seinem Höchststand aus dem Juli 2007 entfernt.

Der Schweizer Index vollzog aufgrund eines schwächer werdenden Franken zu Jahresanfang einen besonders steilen Anstieg. Und schon wieder redet man über die „Goldilocks Economy“, gerade wie in den guten alten Zeiten von 2007. Eine der bekanntesten amerikanischen Wirtschaftszeitungen, „Barron`s“, titelte Anfang Februar „STOCK ALERT! GET READY FOR A RECORD ON THE DOW“. Die Angst hat die Märkte verlassen. Scheinbar lebe ich auf einem anderen Planeten, und mir fällt bei dieser Gelegenheit wieder der Satz von 2007 ein „Up it goes, until it blows“.

Die globale Wirtschaft leidet nach wie vor an einem zu großen Angebot, dem eine nicht ausreichende Nachfrage gegenübersteht. Dies dürfte auf einen übermäßigen Konsum in der Vergangenheit zurückzuführen sein. Obwohl alle Ökonomen nach der Geldmengenexplosion 2008 eine höhere Inflation erwartet hatten, ist bisher das Gegenteil eingetreten. Warum? Die Zentralbanken drucken zwar Geld, aber sie haben keine Kontrolle darüber, wie viel Geld in welcher Geschwindigkeit in die Wirtschaft fließt. Bis jetzt haben die Zentralbanken allerdings erreicht, dass mit der Geldmengenflut an den Aktienmärkten die Preise steigen und an vielen Immobilienmärkten die Preise zumindest vorübergehend nicht weiter sinken. Denn es sind nicht die trüben Wachstumsaussichten, sondern die Liquidität, die zur Anlage drängt. In der derzeitigen Euphorie werden die Probleme in den Hintergrund gedrängt.

In der Tabelle habe ich versucht, die Risiken für 2013 und ihre Aktualität darzustellen.

Der Börsenboom der letzten Wochen steht nach wie vor auf tönernen Füßen und ist nur eine Folge der Geldpolitik der Notenbanken. Er wird von der realen Wirtschaft nicht gestützt. Der Aufschwung in den USA ist bescheiden und Europa steht nach wie vor am Rande einer Rezession. Die Lage am Arbeitsmarkt ist weiter von Rationalisierungen der Firmen und einer hohen Arbeitslosenquote geprägt. Nach dem Platzen der Immobilienblase sinken die Preise für Häuser von Spanien über Holland bis Irland. Vielen Hausbesitzern steht nach wie vor das Wasser bis zum Hals. Sie müssen noch lange Schulden abbezahlen, bevor der Wert ihrer Häuser so hoch wie ihre Hypothekenschuld ist. Das trübt die Konsumlust und die Aussichten auf einen Aufschwung. Deswegen, obwohl ich immer für eine ausgewogene Anlagestrategie werbe, bleiben Sie vorsichtig. Wenn Sie bisher mit dem Aktienkauf gezögert haben – zögern Sie weiter.

Mehr Informationen? 

Haben Sie Interesse? – Dann wenden Sie sich unter der Telefon-Nr.: 922 575496 an Herrn Robert Burlon oder unter 0041 79 4207493 an Herrn Ottmar Beck. Vom 12. bis 19. März stehe ich Ihnen auch gerne in Teneriffa zu einem Gespräch zur Verfügung.




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