Der König fordert Fortsetzung der Reformen


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„Gleichgültigkeit und Egoismus haben keinen Platz“

„Wir müssen weitermachen und die notwendigen Reformen durchführen. Wir müssen unsere Verpflichtungen in Sachen Haushaltsplan und De­­fizit erfüllen.“

Madrid – Das sind die wichtigsten Empfehlungen von König Juan Carlos in seiner traditionellen Weihnachtsansprache. Damit stellte er sich an die Seite der Regierung und der Europäischen Union, was den Weg aus der Wirtschaftskrise betrifft. Die eingeleiteten Reformen müssen mit der Unterstützung der Sozialpartner, aller politischen Kräfte und der gesamten Gesellschaft zu Ende geführt werden.

„Wir sind ja nicht bis hierher gelangt, um uns von den Schwie­­rigkeiten bezwingen zu lassen und auf unsere Ambitionen zu verzichten, ein neues besseres Land zu schaffen“, ermahnte er seine Zuhörer.

Seine zehnminütige Rede an die Nation war von dem Willen geprägt, zu Mut, Selbstvertrauen und Gemeinsinn aufzurufen. „Spanien ist eine große Nation, die schon zahlreiche harte Proben überstanden hat. Wir müssen den Kopf heben, unsere Kräfte sammeln und weiterkämpfen“, sagte er unter anderem.

Er erinnerte daran, dass die Wirtschaftskrise zu wichtigen Entscheidungen der öffentlichen Institutionen auf allen Ebenen gezwungen habe, die mit der Zustimmung des Parlaments gefasst wurden. „Trotz gewisser Anzeichen, die auf eine positive Entwicklung schließen lassen, haben wir noch längst keine internationale Stabilisierung erreicht“, mahnte er an anderer Stelle. Er wies auch auf die Notwendigkeit hin, Produktionsmodelle zu modernisieren und damit das Vertrauen in die wirtschaftlichen Möglichkeiten Spaniens zu erhöhen.

„Um neue Horizonte und sozialen Wohlstand zu erreichen, bedarf es Einigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Solidarität“, beschwor er die Bevölkerung, „denn wie es Spanien geht, hängt davon ab, wie es jedem einzelnen von uns geht. Daher dürfen Individualismus, Egoismus und Gleichgültigkeit keinen Raum haben, denn wir alle werden dadurch geschädigt.“

Der König legte Wert darauf zu unterstreichen, dass er seine Rolle als Staatschef nach wie vor mit viel Illusion wahrnehme. Der Dienst für das Volk sei seine Pflicht, aber auch seine große Leidenschaft. „Ich habe immer, aber ganz speziell im vergangenen Jahr die Zuneigung der spanischen Bevölkerung wahrnehmen können.“ Damit bezog er sich vor allem auf die Lungenoperation, der er sich im vergangenen Sommer unterziehen musste. Er verwies darauf, dass Kronprinz Felipe ihn bei offiziellen Aufgaben unterstützt habe und fand lobende Worte für die internationalen Erfolge der spanischen Sportler, die im Jahr 2010 besonderen Anlass zur Freude gegeben haben. Wohl nicht ganz von ungefähr stand neben dem Weihnachtsbaum und der Krippe ein Foto der spanischen Fußballnationalmannschaft.





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