Der Internationale Währungsfonds erhöht das Wirtschaftswachstum Spaniens auf 2,5%


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Einen halben Punkt mehr als im Januar vorausgesagt

Die Wirtschaft wird 2015 um einen halben Punkt mehr wachsen, als zum Jahresbeginn hochgerechnet wurde, doch die Arbeitslosenquote wird bis 2017 nicht unter die 20%-Grenze fallen, und die Preise werden sich durchschnittlich um 0,7% verringern. Das sind die wichtigsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds für Spanien.

Spanien rivalisiert zurzeit mit Großbritannien in Sachen schnellstes Wirtschaftswachstum und mit Griechenland um den Titel „Land mit der höchsten Arbeitslosigkeit Europas“. Dies ist das Schwarz-Weiß-Foto welches der IWF Anfang April für die „vierte Wirtschaftsmacht“ der Eurozone in Washington präsentierte:  Das Brutto-Inlandsprodukt BIP wird in diesem Jahr um 2,5% und im kommenden Jahr um 2% steigen, der stärkste Rhythmus unter den Großen des Clubs der Europäischen Einheitswährung. Aber die große blutende Wunde, welche die Krise dem Land geschlagen hat, bleibt weiterhin offen: Die Arbeitslosigkeit liegt  nach wie vor über 20% und wird auch bis Ende 2016 auf dieser Höhe bleiben.

In nur drei Monaten hat der IWF die Erwartungen für das Wachstum der spanischen Wirtschaft um einen halben Punkt angehoben, nachdem die Schätzung zum Jahresbeginn noch bei zwei Prozentpunkten lag. 

Es kostete den Fonds einige Mühe, zu glauben, dass die Inlandsnachfrage genügend Schubkraft haben wird, um die Erholung der Wirtschaft anzuschieben nach den Jahren von Sparmaßnahmen, Kürzungen, Lohnsenkungen und der Zerstörung von Arbeitsplätzen. Doch tatsächlich erfolgte ein Schritt nach vorne. Selbst das Baugewerbe hat Zuwachs zu verzeichnen und trägt wieder zum Wirtschaftswachstum bei. Es ist das erste Mal, seit die große Blase geplatzt ist. Und zu der Talfahrt der Rohölpreise und der Senkung des Eurokurses kommen jetzt Finanzstimulationen ohnesgleichen von seiten der Europäischen Zentralbank.

Das sind die Fakten, welche die Institution, die von Christine Lagarde geleitet wird, bewogen hat, die siebte Korrektur bzw. Revision an ihrer Prognose vorzunehmen. Im vergangenen Jahr hatte sich der IWF gewaltig geirrt, als er für Spanien eine Nullrunde, also 0,0%, voraussagte, 2014 jedoch ein BIP von 1,4% erreicht wurde. 

Nun äußert sich der Fonds eher zurückhaltend für 2015 gegenüber der Schätzung der Regierung Rajoy, die mit 3% kalkuliert, der Spanischen Staatsbank, deren Vorausrechnung bei 2,8% liegt, doch bewegt sich ihre Schätzung immerhin noch über der der Europäischen Kommission, die mit 2,3% kalkuliert.




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