Der Ausblick – die nächsten zehn Jahre


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Es gibt drei Kräfte, die den Erfolg der Kapitalinvestitionen über die nächsten zehn Jahre bestimmen werden. Sie sind kraftvoll, unabänderbar und berechenbar.

Diese Kräfte sind:

1. Die Demografie

2. Das Ende des dreißigjährigen fallenden Zinstrends

3. Die derzeitige Bewertung des Aktienmarktes

Demografie

Die geburtenstarken Jahrgänge der Industrieländer erreichen in den nächsten zehn Jahren allmählich das Ruhestandsalter. Wenn Kapitalanleger in den Ruhestand gehen, ändern sie oft ihr Anlageverhalten: Ihr Appetit auf Risiko sinkt schlagartig. Dies ist meist durch die Sorge, im Alter kein Kapital oder Einkommen mehr zu haben, bedingt. Das Verhalten führt dazu, dass festverzinsliche Werte gegenüber Aktien bevorzugt werden. Dieses Verhalten führt zu niedrigeren Zinsen und niedrigeren Aktienpreisen. Kommt es in der Zukunft zu weiteren Börsenabstürzen, wird dies vermehrt dazu führen, dass die Babyboomer-Generation weiter Aktien liquidiert.

Das Ende des dreißigjährigen fallenden Zinstrends

Derzeit wird intensiv debattiert, ob der Rentenmarkt sich in einer Blase befindet, die mit schwerwiegenden Konsequenzen platzen könnte. So hat das Management von PIMCO, dem größten Verwalter von festverzinslichen Wertpapieren in der Welt, nun zum ersten Mal seine langfristige Strategie geändert: Zukünftig werden sie im Rentenbereich Sicherungsstrategien nutzen, stärker global investieren und zum ersten Mal Aktien in ihre Investmentstrategie miteinbeziehen. Auch in der Vergangenheit hat es Wechsel zwischen steigenden und fallenden Zinsen gegeben. Diese Wechsel waren aber nie abrupt, sondern haben sich über lange Zeitperioden hingezogen. Sollten die Zinsen in Zukunft nur sukzessive ansteigen, heißt das, dass wir in Zukunft wesentlich niedrigere Renditen von festverzinslichen Anleihen erwarten können. Die letzten dreißig Jahre hatten Kapitalanleger den Wind im Rücken und konnten neben Zinsen Kapitalgewinne bei Anleihen realisieren. Dieser Trend ist vorbei. In Zukunft können wir, wenn wir Glück haben, den Zins vereinnahmen. Aber selbst bei steigenden Zinsen dürfte dieser kaum ausreichen, den Kaufkraftverlust durch Inflation und Steuern abzudecken.

Die derzeitige Bewertung des Aktienmarktes

Die Aktienmärkte durchlaufen lange Zyklen von Kumulierung und Liquidation. Über die vergangenen 110 Jahre hatten wir drei Zyklen in der Kumulation: 1921 bis 1929, 1942 bis 1968, 1982 bis 2000. Während dieser Zeit stieg die Bewertung von Aktien von einer Ebene der starken Unterbewertung zu einer nicht gerechtfertigten Überbewertung, bei beinahe jährlich stetig steigenden Kursen. Rückschläge in diesem Markt sind meist kräftig aber zeitlich kurzfristig begrenzt. In den Phasen langfristig fallender Märkte (1900 bis 1921, 1929 bis 1942, 1968 bis 1982) durchlaufen die Aktienmärkte fahrplanmäßig Hausse- und Baissezyklen, die dazu tendieren, sich über die Zeit auszugleichen – mit dem Erfolg, dass die Preise langfristig stabil bleiben. Während dieser langfristigen Perioden der Stagnation bewegen sich die Aktien von einer Über- zu einer Unterbewertung. Auf diese Weise bereiten sie den nächsten langfristigen Aufwärtstrend vor. In diesen Phasen zahlen Investoren, die ihre Aktien halten, einen hohen Preis für ihre Disziplin, da diese Perioden bis zu zwanzig Jahre oder länger dauern können. Diversifikation hilft in diesen Phasen nicht immer, da zum Beispiel auch der Rentenmarkt in den Phasen von 1900 bis 1921 und 1968 bis 1982 unter steigenden Zinsen litt. Beide Anlagekategorien wurden von der steigenden Inflation getroffen.

Wir gehen davon aus, dass das wahrscheinlichste Szenario für die Zukunft die Fortdauer des „Bubble und Bust“-Szenarios der vergangenen zehn Jahre sein wird. Mit der Zeit, wenn Gewinne und Dividenden weiter wachsen, werden die Aktienmärkte in der Bewertung von normal auf billig fallen, da sich der Preis der einzelnen Aktie langfristig nicht verändert.

Die Strategie: Hoffen Sie das Beste, seien Sie aber bereit für Überraschungen

In diesen Märkten brauchen Sie ein diszipliniertes Wertpapiermanagement, das neben den Chancen vor allem auf das Risiko achtet. Sie können die Zukunft nicht voraussagen, aber Sie können sich auf die Zukunft vorbereiten. Unsere Methode der regelmäßigen Reallokation der beiden Assetklassen Aktien und Renten sowie das zeitweise Absichern eines Teils des Aktienbestandes in risikoreichen Phasen wird auch in Zukunft in diesem Umfeld erfolgreich sein.

Mehr Informationen?

Haben Sie Interesse? –

Sie können bei Herrn Robert Burlon unter der Telefon-Nr.: 922-57 54 96 Näheres erfahren. Ich selbst bin noch bis zum 15. Februar auf Teneriffa.




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