Der Arbeitsmarkt scheint auf dem Weg der Erholung zu sein


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Im siebten Monat in Folge stieg die Zahl der Sozialversicherten

Die Erleichterung schien ihr ins Gesicht geschrieben, als Fátima Báñez, Ministerin für Arbeit und Sozialversicherung, Anfang April bekannt geben konnte, dass die erhoffte Erholung des Arbeitsmarktes endlich eingetreten zu sein scheine. Die neuesten Daten bestätigten erneut einen Anstieg der Sozialversicherten und einen Rückgang der Arbeitslosenzahl.

Madrid – Nach Angaben des Arbeitsministeriums waren Ende März im Vergleich zum Vorjahresmonat über 115.000 mehr Sozialversicherte registriert. Allein zwischen Februar und März nahm die Zahl um fast 84.000 zu. Gleichzeitig ging die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 239.000 zurück; im Vergleich zu Februar nahm die Zahl um fast 17.000 ab.

Hinsichtlich der Zahl der Sozialversicherten handelt es sich bei März grundsätzlich um einen guten Monat, schließlich macht sich der Frühling bemerkbar und mit ihm die Rückkehr des Festlandstourismus, der Bauaufträge und der Vorbereitungen für die Zeit der Sommervertretungen. Gerade das Osterfest wirkt sich traditionell gut auf die Arbeitsmarktlage im März aus. Umso erfreulicher ist, dass sich trotz des in diesem Jahr spät im April liegenden Festes die Zahl der Sozialversicherten im siebten Monat in Folge auf fast 16,3 Millionen verbessert hat. Ende März belief sich die Arbeitslosenzahl auf 4,8 Millionen Menschen.

Doch nicht nur der Anstieg der Zahl der Sozialversicherten und der Rückgang der Arbeitslosenzahl spiegeln die Konsolidierung des Arbeitsmarktes wider, auch nimmt die Zahl der neuen Arbeitsverhältnisse stetig zu – allein im ersten Quartal wurden 18% mehr neue Arbeitsverträge geschlossen. Allerdings zeigen die Zahlen, dass die Unternehmen dem ersehnten Wirtschaftsaufschwung noch skeptisch und misstrauisch gegenüberstehen, denn im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden weit mehr Zeitarbeitsverträge (+19%) als unbefristete Arbeitsverträge (+7%) unterzeichnet. Auch Teilzeitarbeit ist weiter im Kommen (+22%).

Bei genauerer Untersuchung der neuen Arbeitsverhältnisse zeigt sich, dass insbesondere der Staat wieder Neueinstellungen vornimmt. So geht aus den neuesten Zahlen des Arbeitsministeriums und dem Jahresvergleich hervor, dass nach Wirtschaftszweigen am meisten neue Sozialversicherte im Bildungswesen (+48.000) verzeichnet wurden. Auch im Gesundheitswesen, der öffentlichen Verwaltung und der Verteidigung stiegen die Zahlen an – grundsätzlich alles Sektoren des öffentlichen Dienstes. Allerdings hob sich auch die Hotellerie äußerst positiv hervor, wurden hier doch nach dem Bildungswesen die meisten neuen Sozialversicherten (+35.000) gemeldet. Der von der Wirtschaftskrise am stärksten betroffene Bausektor verlor jedoch erneut 35.000 Sozialversicherte.

Tatsächlich gingen auch die staatlichen Ausgaben für die Arbeitslosenunterstützung zurück, jedoch weniger wegen der Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt als vielmehr wegen des Auslaufens der zweijährigen Bezugszeit. So ging die Zahl der Arbeitslosengeld-Empfänger zwischen Februar 2012 und Februar 2013 um über 9% zurück, sodass nur noch 60% der Arbeitslosen eine Unterstützung erhalten.

Gut, aber nicht ausreichend

Fasst man die Daten zusammen – mehr Sozialversicherte, weniger Arbeitslose, mehr Arbeitsverträge, Neueinstellungen im öffentlichen Dienst und in der Hotellerie, weniger Arbeitslosenunterstützung – zeichnet sich ein positiver Trend ab, den Arbeitsministerin Báñez folgendermaßen auf den Punkt brachte: „Im vergangenen Monat fanden täglich  2.500 Spanier eine Arbeitsstelle, was eine gute Nachricht ist.“

Doch die Gewerkschaft CC.OO. bremste den Enthusiasmus der Ministerin. Seitens der Gewerkschaft wurde lakonisch erklärt: „Bei diesem Rhythmus benötigten wir 16 Jahre, um die Arbeitslosenzahl auf Vorkrisenniveau zu senken, und 26, um die Anzahl der damaligen Sozialversicherten zurückzuerlangen.“

Cándido Méndez, Generalsekretär der Gewerkschaft UGT, bezeichnete die Zahlen als grundsätzlich „positiv“, wies jedoch auf die zeitliche Befristung vieler Arbeitsverhältnisse und die Gehaltssenkungen hin.




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