Der Anfang vom Ende der Plastikbeutel


© EFE

Carrefour geht mit gutem Beispiel voran

Die 57 Carrefour-Supermärkte in Madrid und im Baskenland geben seit dem 1. August keine Plastikbeutel mehr an die Kunden aus.

Madrid – Damit ist die Gesellschaft das erste Unternehmen, das die unweltschädliche Verpackung aus ihren Geschäften verbannt hat. Der Abfallentsorgungsplan des spanischen Umweltministeriums zeigt das Ziel auf, 2010 mindestens 50 % der Einwegverpackungen aus Plastik durch biologisch abbaubares Material zu ersetzen.

„Die Idee ist großartig, sie muss nur umgesetzt werden“, erklärte eine Madrider Hausfrau, die in einem Supermarkt nach ihrer Meinung gefragt wurde. Viele andere Verbraucher äußerten sich in ähnlicher Weise. Offenbar fanden sie den auf die Kittel des Supermarktpersonals aufgedruckten Slogan überzeugend: „Reduzieren, wiederverwenden, recyceln.“

Nun werden verschiedene Möglichkeiten angeboten, die umweltschädlichen Plastikbeutel zu ersetzen: Beutel aus Kartoffelstärke für fünf Cent, größere Modelle aus Bast für 25 Cent, Baumwolltaschen für 1,75 Euro, faltbare Wägelchen für 3,90 Euro – oder man bringt eine Tasche oder den guten alten Einkaufskorb von Zuhause mit.

„Ein Maßnahme, mit der wir weit hinter anderen Ländern herhinken“, erklärte ein Sprecher des Verbraucherverbandes Facua. „Leider haben wir uns daran gewöhnt, dass uns der Supermarkt die Plastiktüten schenkt. Allerdings bezweifeln wir, dass jetzt die Preise sinken. Wahrscheinlich erhöhen sich eher die Gewinne der Geschäfte.“

Jeder Einwohner Spaniens „konsumiert“ jährlich 238 Plastikbeutel. Damit ist Spanien der größte Erzeuger von Plastikbeuteln europaweit und liegt im Verbrauch auf dem dritten Platz. „Sie kosten Geld, verschmutzen die Umwelt und werden von den Tieren verschluckt“, klagt eine Sprecherin der Umweltschutzvereinigung Ecologistas en Acción. „Es müsste strengere Regeln geben, um sie aus dem Verkehr zu ziehen.“

Verschiedene andere Handelsunternehmen haben bereits vor Jahren Initiativen eingeleitet, um Plastikbeutel durch alternative Verpackung zu ersetzen. Die Alcampo-Supermärkte führten bereits 2005 spezielle Kassen ein, wo keine Plastiktüten zur Verfügung standen und alternative Einkaufsbeutel gegen Bezahlung angeboten werden. El Corte Inglés bietet bereits mehrfach verwendbare Tüten an und die Eroski-Einkaufszentren vergüten den Kunden, die auf Plastikbeutel verzichten, einen Cent pro Tüte, die nicht in Anspruch genommen wird.

• Wenn wir einen Stoffbeutel benutzen, können wir mindestens 6 Plas­tikbeutel in der Woche einsparen. Das sind 24 Plastikbeutel im Monat. Oder 288 Plastikbeutel im Jahr. Oder rund 22176 Plastikbeutel im  Laufe eines Durchschnittslebens.

• Wenn nur 1 von 5 Menschen in Spanien das machen würde, würden wir 1.330.560.000.000 Plastikbeutel in unserem Leben einsparen.

• Bangladesh hat Plastikbeutel verboten.

• China hat die Gratis-Plastikbeutel verboten.

• Irland war 2002 der erste Staat in Europa, der Plastikbeutel mit Steuern belegt hat. Daraufhin ist der Konsum um 90 % zurückgegangen.

• 2005 hat Ruanda Plastikbeutel verboten.

• Israel, Kanada, Westindien, Botswana, Kenia, Tansania, Südafrika, Taiwan und Singapur haben Plastikbeutel verboten oder sind auf dem Weg dazu.

• Am 27 März 2007 wurde San Francisco die erste Stadt der USA, in der Plastikbeutel verboten sind. Auch Oak­land und Boston denken an ein Plas­tikbeutel-Verbot.

Plastikbeutel sind aus Polyethylen: ein Thermoplastik, das aus Erdöl  hergestellt wird. Wenn der Plastikbeutelverbrauch sinkt, wird auch der Erdölverbrauch gesenkt, eine nicht erneuerbare Ressource, um die ständig Krieg geführt wird….

China spart jetzt jährlich 37 Millionen Barrels Erdöl dank des Verbots der Gratis-Plastikbeutel.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.