Dem Storch kann die Krise nichts anhaben


Im kommenden Jahr wird die Geburt von über 500.000 Kindern in Spanien erwartet

Einer wird von der Krise verschont bleiben und das ist der Storch. Zumindest in Spanien. Nach jüngsten Prognosen sollen hierzulande in diesem Jahr nämlich über 500.000 Kinder geboren werden.

Madrid – Eine derart hohe Anzahl hat es seit 25 Jahren nicht mehr gegeben. Dann ist es aber auch schon wieder vorbei mit dem Kindersegen, denn in den kommenden Jahren wird in Spanien die Anzahl der Frauen im fruchtbaren Alter stetig sinken. Ab 2010 wird die Geburtenrate von Jahr zu Jahr zurückgehen, während die Sterblichkeitsrate ihren derzeitigen gemäßigten Rhythmus beibehalten wird und das trotz höherer Lebenserwartung.

In den letzten Jahren wurde das vergleichsweise geringe Bevölkerungswachstum in Spanien durch die massive Ankunft von Immigranten ausgeglichen. Die letzten Millionen Neuzugänge in Spaniens Einwohnermeldeämtern sind fast ausschließlich ihnen zu verdanken. Aber darauf, so prophezeit nun das Statistikamt INE, kann schon in Kürze nicht mehr gezählt werden. Zumindest für die nächsten zehn Jahre. Die Ankunft neuer Immigranten wird von fast einer Million, die 2007 regis­triert wurde, bereits 2010 auf 443.000 zurückfallen, so die INE-Prognose. Zwischen 2008 und 2017 werden insgesamt 2,93 Millionen Einwanderer erwartet, fast genauso viele wie im Zeitraum 2004 – 2007 (2,5 Millionen).

Die Krise wird, zumindest teilweise, auch verantwortlich dafür sein, dass in den nächs­ten zehn Jahren die ohnehin schon niedrige Geburtenrate noch weiter sinken wird. Und diesmal ist auch vonseiten der Einwanderer-Familien keine Rettung in Sicht. Nicht nur, weil weniger einreisen werden, sondern weil eben diese bereits benachteiligte Bevölkerungsgruppe von den Auswirkungen der Krise mit am meisten betroffen ist. Nach INE-Angaben wird sich die Geburtenrate von 1,39 Kinder pro Frau im gebärfähigen Alter auf durchschnittlich 1,46 einpendeln. Das Durchschnittsalter erstgebärender Frauen liegt mit 31 Jahren in Spanien im Europavergleich mit am höchsten.

Am meisten Sorge macht den Behörden jedoch die Entwicklung der sogenannten „abhängigen Bevölkerung“ (unter 16 und über 64 Jahre). Diese Bevölkerungsgruppe wird in absehbarer Zeit  53% der Gesamtbevölkerung darstellen. Derzeit sind es 47%.




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