Das Riesengeschäft mit der illegalen Immigration


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Schlepperbanden erzielen mit der Not Anderer nach UNO-Angaben einen Jahresgewinn von 237 Millionen Euro

Etwa 300.000 Afrikaner gelangen jährlich auf illegalem Weg in die Europäische Union (EU). 80% davon mit Hilfe organisierter Schlepperbanden, die insgesamt inzwischen Jahreseinnahmen von 237 Millionen Euro vorweisen können. Diese Daten wurden jetzt in einem UNO-Bericht bekannt gegeben.

Madrid – Begründet wird die immense Einwanderungswelle unter anderem mit der Tatsache, dass 15 der 20 fortschrittlichsten Industrieländer in Europa liegen und 20 der unterentwickeltsten Länder der Welt auf dem afrikanischen Kontinent, die meisten davon im Westen nahe der Grenzen zu Europa.

Um von Westafrika illegal in die EU zu gelangen gibt es nach dem UNO-Bericht drei Möglichkeiten:

– mit Visum, wobei man trotz Ablaufen der Aufenthaltsgenehmigung in EU-Gebiet verweilt

– das Überqueren einer Grenze mit gefälschten Papieren

– auf illegalem Weg, wobei sämtliche möglichen Grenzkontrollposten vermieden werden.

Doch welchen Weg auch immer die Einwanderer benutzen, stets benötigen sie die Hilfe der Menschenschlepper-Banden. Die UNO-Ermittlungen haben dabei zwei Arten von Organisationen festgestellt: solche, die wie eine Art Reiseagentur agieren, und Komplettpakete anbieten, die so gut wie alle Reiseaspekte betreffen und Kontakte in allen Gebieten haben, und solche, die nur auf lokaler Ebene agieren, also nur einen Teil der Reise kontrollieren, bis ihr „Kunde“ sozusagen einen neuen Streckenabschnitt erreicht hat und sich mit einer neuen Organisation in Verbindung setzen muss.

Wer über viel Geld verfügt, kann eines der „Komplettpakete“ in Anspruch nehmen, die je nach Strecke zwischen 300 und 3.000 Euro kosten. In diesen Paketen können unter anderem „Dienstleistungen“ wie die Beschaffung von gefälschten Papieren, Transport, Unterbringung, Beamtenbestechung und Beratung enthalten sein, heißt es in dem UNO-Bericht.

Vor allem die international agierenden Organisationen seien außerdem meistens auch massiv in Drogenhandel, Betrug, Fälschung und Korruption verwickelt.

Am Beispiel der Kanarischen Inseln wird des Weiteren aufgeführt, dass die professionellen Schlepperbanden meist in Kontakt mit Opportunisten stehen. Um von der afrikanischen Küste den Archipel zu erreichen werden sowohl kleine Boote als auch große Schiffe verwendet. „Die großen Schiffe schleppen die kleinen bis in die Nähe der Inseln“, heißt es unter anderem wörtlich.




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