Das Gesundheitsamt rät, den Konsum von Rotem Thunfisch und Schwertfisch einzuschränken


Große Raubfische, wie der Rote Thunfisch, gelten als besonders belastet. Foto: Pixabay

Schwangere und Kinder unter 10 Jahren sollten aufgrund der Quecksilberbelastung auf diese Fischarten komplett verzichten

Madrid – Das spanische Gesundheitsamt hat seine Empfehlungen für den Verzehr von stark mit Quecksilber belastetem Fisch verschärft.
Demnach sollen schwangere und stillende Frauen sowie diejenigen, die eine Schwangerschaft wünschen, und Kinder unter 10 Jahren auf den Konsum von besonders quecksilberbelasteten Fischarten – Schwertfisch, Roter Thunfisch, Hai (Schillerlocken) oder Hecht – komplett verzichten.
Für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren wurde die als sicher angesehene Menge dieser Fischarten auf 120 Gramm im Monat gesenkt.
Große Raubfische – wie der Thunfisch – enthalten erhebliche Mengen Quecksilber in Form des besonders gesundheitsschädlichen Methylquecksilbers, das sich toxisch auf das zentrale und periphere Nervensystem auswirkt. Dies wird damit begründet, dass die großen Raubfische am Ende der Nahrungskette stehen und normalerweise am langlebigsten sind.
Albert Goday, Abteilungsleiter für Endokrinologie und Ernährung am Hospital del Mar in Barcelona, erklärte gegenüber einer Tageszeitung, das Quecksilber schade insbesondere in Zeiten, in denen sich das Gehirn in der Entwicklung befinde. Deswegen seien Föten und kleine Kinder besonders gefährdet. (Quecksilber kann sich als neurologisches Gift insbesondere in den ersten Entwicklungsphasen negativ auswirken.) Erwachsene seien eher in der Lage, das Gift aufzunehmen und abzubauen.
Sowohl die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit als auch die Toleranzgrenzen sind eingehend untersucht worden. Die Europäische Gesundheitsbehörde hat 2012 die als sicher angesehene Grenze von Methylquecksilber bei 1,3 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht gesetzt.
Gemäß dem spanischen Gesundheitsamt ist der Verzehr von Fisch „sicher und ratsam“. Fisch gilt als Quelle für Jod, Selen und die Vitamine A und D.
Der Bevölkerung allgemein, auch den Schwangeren und Kindern, wird angeraten, drei- bis viermal wöchentlich – quecksilberarmen – Fisch zu konsumieren.

Kleine Fische und Tintenfische sind weniger
belastet

Die spanische Gesundheitsbehörde rät zum verstärkten Verzehr von Fischarten, die weniger mit Quecksilber belastet sind: Pollack (abadejo), Sardellen (anchoas), Heringe (arenque), Kabeljau (bacalao), Goldbrasse (dorada), Wolfsbarsch (lubina), Lachs (salmón) oder Forelle (trucha).
Als ungefährlich gelten auch Kalmare (chipirones) und Kraken (pulpo).

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