Das Ende der Ära des „kleinen Spaniers“


In einem Jahrhundert ist die Durchschnittsgröße um 14 Zentimeter gestiegen

Das Vorurteil vom „kleinen Spanier“ ist schon seit mehreren Jahrzehnten eigentlich widerlegt. Doch erst jetzt gibt es wissenschaftliche Beweise dafür, dass die Durchschnittsgröße der Spanier längst nicht mehr zu den Kleinen gehört.

Barcelona – Nach einer Untersuchung, die an insgesamt 32.000 Personen in fünf Krankenhäusern in Katalonien, Andalusien, dem Baskenland und Aragonien durchgeführt wurde, hat sich die Größe der Spanier nicht nur dem Europa-Durchschnitt angepasst, nein sie übersteigt inzwischen sogar die Größe der US-Bürger. Die Ergebnisse offenbarten jedoch auch, dass die Spanier nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite gegangen sind.

Seit 1988 sind die Männer in Spanien zwischen 1,4 bis 3,4 Zentimeter und die Frauen zwischen 2,6 und 4,2 Zentimeter gewachsen. Die Durchschnittsgröße der Männer liegt nunmehr bei 1,77 m und die der Frauen bei 1,63 m. „Nur die Schweden und Holländer sind nennenswert größer als die Spanier“, erklärt diesbezüglich Antonio Carrascosa, Arzt an einem der beteiligten Krankenhäuser. Vergleicht man diese Durchschnittsgröße mit den Registern, die beispielsweise früher vor dem Einzug in den Militärdienst gemacht wurden, wird deutlich, dass der Durchschnittsspanier heute rund 14 Zentimeter größer ist als noch vor einem Jahrhundert.

Sorge bereitet den Ärzten in diesem Zusammenhang jedoch die Tatsache, dass die Spanier im gleichen Zeitraum auch deutlich an Körpergewicht zugelegt haben, und zwar längst nicht in einer angemessenen Proportion. Der Untersuchung zufolge ist der Body-Mass-Index (PMI) der Spanier um 2,18 Punkte gestiegen. Der Durchschnitts-BMI der Männer liegt derzeit bei 23,6 und damit weit höher, als im übrigen Europa. Ein bisschen besser sieht es bei den Frauen aus, deren BMI noch innerhalb des EU-Durchschnitts liegt.

Besonders deutlich wird diese Problematik am Beispiel der Kinder. Während vor 20 Jahren nur etwa 5% von Übergewicht bzw. Fettleibigkeit betroffen waren, so sind es heute bereits 15%. Die Ursache für diese Tendenz wird, wenn wundert’s, auf übermäßige Kalorien-Zufuhr und mangelnde Bewegung zurückgeführt. Aber auch die Erbmasse spielt nach Meinung der Mediziner eine Rolle. Denn wegen mangelnder Lebensmittel haben schon zu Urzeiten nur diejenigen überlebt, die über sogenannte Energiespar-Gene verfügten.




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